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„Wandel braucht ein neues Denken“: Bauerntag mit 300 Gästen in der Alten Soltauer Reithalle

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Von: Klaus Müller

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Ein Mann in einem braunen Jacket spricht.
Stefan Brunnhuber hielt den Festvortrag des Abends. © Müller

„Endlich können wir uns wieder treffen und miteinander sprechen.“ Kreislandvolk-Vorsitzender Jochen Oestmann atmete sichtlich auf, als er in der Alten Soltauer Reithalle auf einen voll besetzten Saal blicken konnte. Beim 12. Bauerntag des Kreisverbandes, der gemeinsam mit den Kreissparkassen erstmals nach drei Jahren wieder veranstaltet wurde, konnte Oestmann zahlreiche Ehrengäste begrüßen, ein Zeichen für ein gutes Standing der Landwirte in der Gesellschaft.

Soltau – „Wir sind da, wir halten zusammen“, war immer wieder an diesem Abend aus den Reihen der Besucher zu hören.

Mit Heinrich Witthöft aus Wietzendorf-Klein Amerika und dem Eickeloher Joachim Schoth wurden zwei Landwirte mit der Silbernen Ehrennadel des Verbandes ausgezeichnet, die sich besonders um das Ehrenamt verdient gemacht haben.

Vortrag erklärt globale Zusammenhänge

Der Festvortrag, der im Mittelpunkt des 12. Bauerntages stand, erfüllte für viele Gäste nicht alle Erwartungen. Prof. Dr. Dr. Stefan Brunnhuber referierte zum globalen Thema „Wandel braucht ein neues Denken – Landwirtschaft im Spannungsfeld von Ernährungssicherheit, Gewohnheiten, planetaren Grenzen und Wettbewerb“. Er tat es mit einer verbalen Verbeugung an die Besucher: „Wenn ich noch einmal leben dürfte, möchte ich Landwirt werden. Sie haben so viele Ansatzpunkte für ein reiches Leben.“ Er vertrat mit großem Engagement seine Thesen, wobei ihn viele Statistiken auf einer großen Leinwand begleiteten. Sie gaben Aussagen zu aktuellen Themen und Vergleichen mit dem Rest der Welt. Leider gab es nicht immer einen direkten Bezug zur Landwirtschaft. Allerdings mahnte Brunnhuber: „Wenn wir so weiter umgehen mit unserer Erde wie bisher, werden wir nur noch höchstens 60 Erntejahre erleben. Wir müssen dieses Thema unbedingt schärfer angehen.“

Einigen Zuhörer waren nicht ganz zufrieden mit dem Schwerpunkt

„Es war ein sehr schwieriger Vortrag“, kommentierte eine Teilnehmerin. Sie hätte die Landwirtschaft als Veranstalter gerne mehr im Fokus der Aussagen gesehen. Brunnhuber tat den Zuhörern diesen Gefallen nicht, sagte aber: „Wenn Sie nur eine kleine Aussage von mir mit nach Hause nehmen, ist das gut für unsere Welt.“

Der gebürtige Augsburger Ökonom machte deutlich, dass die Nachhaltigkeit in der Zukunft ein großes Thema sein werde. Die Zeiten hätten sich verändert. Global sei man heute viel besser aufgestellt. Die Menschheit wachse dramatisch. „Darauf werden wir uns mit entsprechenden Reaktionen einrichten müssen.“ Die Szenarien der vergangenen Zeit, auch die kriegerischen Auseinandersetzungen, die Pandemien und die steigenden Bevölkerungszahlen, die bei der Versorgung der Menschheit zu immer neuen Problemen führten, seien voraussehbar gewesen. Jetzt sei es wichtig, dass die Welt Mittel und Wege finde, um global die richtigen Entscheidungen zu finden. Anhand von Beispielen wie die Abholzung des Amazonasgebietes machte der Referent deutlich, wie auch der Klimawandel von der Menschheit schon über Jahre beeinflusst werde und ein Trendwechsel in der Landwirtschaft vonnöten sei.

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