Walsroderin Sylvia Baumgarten schreibt seit ihrer Schulzeit / Neues Buch geplant

Geschichten aus dem Alltag

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Sylvia Baumgarten schreibt ihre Geschichten mit dem Kugelschreiber.

Walsrode - Von Michael Fischer. Bereits in der Schule hatte Sylvia Baumgarten aus Walsrode großen Spaß am Schreiben. Manchmal sogar ein bisschen zu viel. „Bei mir waren Inhaltsangaben und Zusammenfassungen schon mal länger als die Originale“, schmunzelt die heute 50-Jährige. Entsprechend negative Kommentare der Lehrerin hatten ihre Leidenschaft seinerzeit aber nicht bremsen können. Und so ist es bis heute geblieben. Ein Theaterstück und zwei Bücher hat Sylvia Baumgarten bis heute veröffentlicht. Das nächste Werk ist bereits in Planung.

Während der Schulzeit waren es nicht nur die Aufgaben im Fach Deutsch, die Sylvia Baumgarten mit großer, manchmal zu großer, Begeisterung bewältigte. In ihrer Freizeit verfasste sie zudem kurze Geschichten. „Aber das war so Kleinkram, nur für mich“, erinnert sie sich.

Und nach der Schule kam ihr das Leben dazwischen. Die junge Frau wurde Industriekauffrau, heiratete und bekam vier Kinder. Mit der großen Karriere als Schriftstellerin wurde es nichts. „Das war aber auch nie mein Ziel. Was ich haben wollte, habe ich bekommen: Familie, Freunde und eine harmonische Beziehung“, so Baumgarten.

Als ihr jüngster Sohn vor einigen Jahren in die Schule kam und daher für die Mutter plötzlich wieder mehr Freizeit blieb, kam in ihr der Wunsch auf, „mal wieder etwas zu lernen“. Und so meldete sich Sylvia Baumgarten für einen Bildungsurlaub an und lernte Spanisch. Dem schloss sich eine einjährige Fortbildung in Sachen EDV-Grundlagen an. „Außerdem konnte ich mich wieder mehr dem Schreiben widmen“, erinnert sich die Heidjerin, die daraufhin ein mehrjähriges Fernstudium an der Hamburger „Schule des Schreibens“ absolvierte.

Letztlich spezialisierte sie sich dort auf Jugend- und Fachliteratur. „Am Ende gab es sogar ein Zertifikat, das man sich zwar nicht unbedingt an die Wand hängt, aber immerhin ...“, lächelt Sylvia Baumgarten.

Während der Studienzeit entstand nach einer Vorgabe ihr Theaterstück „Die gestohlenen Düfte“, ein Umweltthriller in drei Akten, geeignet für Kinder im Grundschulalter. Es folgte der Roman „Ein Anfang am Ende des Hungers“, mit dem sie vor allem essgestörte Jugendliche erreichen wollte. Ein Thema, das Sylvia Baumgarten sehr am Herzen liegt. Schließlich war sie selbst magersüchtig.

„Dieses Buch erzählt zwar nicht meine Geschichte, aber es steckt sehr viel von mir drin. Es geht vor allem um den Weg aus der Essstörung, den Weg hinein kennen viele“, erklärt Sylvia Baumgarten.

Buch Nummer zwei ist im Juni dieses Jahres erschienen und trägt den Titel „Mobbing ist wie Angst im Dunkeln“. Damit wendet sich die Autorin an Kinder zwischen neun und zwölf Jahren.

Die bisher erschienen Geschichten der Schriftstellerin haben eines gemeinsam: Sie sind dem Alltag entnommen. Sie kommen ohne Phantastereien aus. Vielleicht ist es genau das, was sie für Kinder nachvollziehbar, erlebbar und damit interessant macht. Gewalt in jedweder Form sucht man vergebens.

Derzeit arbeitet sie daran, ihr Erstlingswerk, das Theaterstück „Die gestohlenen Düfte“, in Buchform zu bringen. Bisher existiert davon lediglich eine Theaterversion. Wann das neue Werk auf den Markt kommen wird, steht noch in den Sternen. Eilig hat Sylvia Baumgarten es jedenfalls nicht. „Ich mache das Schritt für Schritt“, sagt sie ganz gelassen.

Immerhin hat sie neben dem Haushalt auch noch andere Dinge zu tun. Zehn Stunden pro Woche arbeitet die Hobby-Autorin in der Geschäftstelle des TV Jahn Walsrode, zudem treibt sie jeden Morgen eine Stunde Sport, fährt Fahrrad oder dreht ein paar Runden im Wasser. Erlaubt es die Zeit, geht Sylvia Baumgarten auch gerne mit ihrem Mann auf Reisen.

Geschrieben wird zwischendurch, wenn es zeitlich passt. Und immer mit einem Kugelschreiber auf Papier. Erst wenn alles fertig ist, wird der Text in den Computer getippt.

Diese Gelassenheit hat durchaus ihre Berechtigung. „Ich schreibe nicht des Geldes wegen, sondern weil ich etwas rüberbringen will. Und ich schreibe für mich“, betont Sylvia Baumgarten. Dann macht es auch nichts, wenn die Geschichten mal ein wenig länger ausfallen.

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