Kombination aus Erholen und Wirtschaften

Walsroder Eckernworth fällt aus der Reihe

Waldfläche mit ganz jungen Bäumen
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Im Sunder bei Walsrode wurde der Wald sinnvoll verjüngt, nachdem in Teilbereichen auch der Borkenkäfer aktiv war.

Walsrode – Arne Prüser, neuer Stadtförster in Walsrode, hat klare Vorstellungen. Er möchte dem Wald der Stadt ein noch abwechslungsreicheres Aussehen geben: „Eine gute Kombination aus Erholungs- und Wirtschaftswald“, so Prüser. Mit 600 Hektar hat die Stadt eines der größten Waldgebiete des Heidekreises zu betreuen.

Arne Prüser schaut auf die uralten Bäume, die nahe des Waldkindergartens an Walsrodes liebstem Wald, der Eckernworth stehen. Die fast schon von Efeu bedeckten Riesen müssten unter forstwirtschaftlichen Bedingungen eigentlich weg. „Aber wir haben hier die Situation, auch danach zu entscheiden, ob es gut ist für die vielen Bürger, die den Wald besuchen, dass wir solche Bäume erhalten. Und ehrlich gesagt, auch für mich ist es eine gute Entscheidung. “ Da werde erst einmal nichts getan, überhaupt nichts.

„Sicherlich muss die Eckernworth immer wieder durchgeforstet werden“, sagt Walsrodes neuer Stadtförster, wenn, wie kürzlich passiert, ein mächtiger Baum einfach umstürzte, die Wege blockierte, aber sonst keinen Schaden anrichtetet. „Wir müssen die Natur mit offenen Augen sehen und wo immer es geht, verjüngen, das Altholz ernten und dabei nicht unbedingt den Wald aufräumen“, so der 32-jährige Forstmann. Er möchte viel erhalten, Artenvielfalt stärken und die Bäume in einem der größten Waldgebiete des Heidekreises – mit leichtem Abstand – stehenlassen. Früher sei es fast schon ein Makel gewesen, dass der Wald nicht aufgeräumt war, früher sammelten die Menschen ihr Brennholz, das sie benötigten, auch dort. Heute entwickelt sich aus den liegengebliebenen Resten der Bäume wieder neues Leben. Das mache den Unterschied.

Martin Hack, Geschäftsführer der Stadtwerke Walsrode und des Kommunal Service Böhmetal und damit Chef des Jungförsters aus Wietzendorf, ergänzt: „Darum legen wir auf Waldpflege im Walsroder Bereich größten Wert.“ Holzeinschlag müsse jedoch sein, beispielsweise am Beginn der Eckernworth, als viele alte Buchen, die angegriffen waren, gefällt werden mussten. Schön sah es nachher im Erholungswald über viele Wochen und Monate nicht aus. „Aber die Interessenten haben das Holz einfach nicht abgeholt.“ Langsam erholt sich der Wald auch dort wieder.

„Wir wollen einen gesunden Mischwald haben“, sagen Martin Hack, Geschäftsführer der Stadtwerke Walsrode und der neue Stadtförster Arne Prüser (r.).

Wir vermarkten das Holz unserer Wälder auch“, berichtet Hack. Leider sei der Preis für Holz lange Zeit tief nach unten gegangen und steige erst langsam wieder. „Wir versuchen aber, wirtschaftlich zu arbeiten und die notwendigen Arbeiten in unseren Wäldern, in der Eckernworth, in großen Teilen rund um den Grundlosen See, im Sunder sowie neuerdings beispielsweise auch in der Eibia zu kompensieren.“ Man gehe damit einen guten Weg.

Arne Prüser ist Mitarbeiter der Landwirtschaftskammer und kommt aus einer Wietzendorfer Familie, in der die Forstwirtschaft seit Generationen gepflegt wird. Bei den Stadtwerken ist er vier Tage die Woche beschäftigt, um den Walsroder Wald aufzuarbeiten, vor allem um Forstwirtschaftsbedarfspläne zu entwickeln und mit gezielten Maßnahmen umzusetzen. „Wir haben auch in Walsrode Probleme mit dem Borkenkäfer und mit der Trockenheit der Waldböden, aber sie halten sich in unserem Bereich in Grenzen.“ Unterstützt wird Prüser von zwei Forstwirten, die bei den Stadtwerken angestellt sind.

Der 32-jährige Wietzendorfer ist verheiratet und Vater einer dreijährigen Tochter. „Ich führe das Handwerk des Försters nun schon in der dritten Generation und stets im Fokus des forstlichen Handels“, hat er seine Arbeit einmal beschrieben.

Der berufliche Werdegang führte Prüser nach dem Besuch der Schule zunächst über ein freiwilliges ökologisches Jahr im niedersächsischen Landesforstamt Oerrel in eine Ausbildung als Forstwirt im Bundesforstbetrieb Lüneburger Heide. Er besuchte die Fachhochschule Georgsanstalt in Ebstorf, absolvierte ein dreijähriges Studium in Göttingen, machte einen Forstinspektor-Lehrgang und führte die Bezirksförsterei Bispingen stellvertretend und betreute die Bezirksförsterei Steimbke im Landkreis Nienburg. Seit August 2020 ist er für den Stadtwald Walsrode zuständig.  mü

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