Hecheln mit dem Schnabel

Sommer im Weltvogelpark: So unterschiedlich gehen die Tiere mit der Wärme um

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Auch der Kubaflamingo weiß ein kühles Bad zu schätzen. 

Walsrode - Was für ein Sommer! Bis auf ein paar herbstliche Tage Ende Juni scheint seit Anfang Mai die Sonne. Viele Menschen genießen den wolkenlosen Himmel, kühlen sich im Freibad, am Meer oder Baggersee ab. Andere ziehen eher schattige Plätze vor. Oder ein kühles Eis. Auch die Vögel finden ganz unterschiedliche Möglichkeiten, sich abzukühlen. Das können aufmerksame Besucher im Moment an vielen Orten im Weltvogelpark Walsrode beobachten.

Mit über 4 000 Vögeln aus 650 Arten und allen Kontinenten ist er der größte Vogelpark der Welt. Wer ihn derzeit besucht, wird eine Vielzahl von Vögeln dabei beobachten, wie sie sich Abkühlung verschaffen.

„Vögel schwitzen nicht, sie verfügen über andere Methoden, ihren Temperaturhaushalt zu regulieren. Abhängig von der Vogelart holen sie sich die gewünschte Erfrischung badend, hechelnd oder Blut pumpend“, erklärt das Park-Team in einer Pressemitteilung.

Der Schnabel des Riesentukans, Wappentier des Weltvogelparks, erwärmt sich bei einer entsprechenden Lufttemperatur überdurchschnittlich stark. Die Vögel pumpen Blut in den Schnabel, um Hitze aus dem Körperinneren abzuführen. Das funktioniert auch deshalb ganz gut, weil der Anteil des Schnabels im Verhältnis zur gesamten Körperoberfläche ein Drittel bis die Hälfte beträgt. Zudem ist der Schnabel sehr dünn und mit Blutgefäßen durchzogen, was die Wärmeregulierung erleichtert.

Hecheln mit offenem Schnabel

Eine weitere Strategie, die Temperatur zu regulieren, ist das Hecheln mit offenem Schnabel. Was die meisten Menschen nur von Hunden kennen, funktioniert auch in der Vogelwelt, um die Körpertemperatur zu regulieren.

Eine eher konventionelle Art der Abkühlung ist das Baden der Vögel im Gewässer. Beim Rundgang durch die große Freiflughalle wird sicher der eine oder andere Rote Sichler oder Rosa Löffler in einem Wasserbad zu entdecken sein – und auch die Inkaseeschwalben werden es sich nicht nehmen lassen, sich in ihrem Wellenbad abzukühlen. Bei den Humboldtpinguinen wird zusätzlich zum großen Becken an besonders heißen Tagen noch ein Wassersprenger aufgestellt, um den Tieren ganzheitlich Erfrischung zu bieten.

Der Gelbhaubenkakadu versucht's mit Kühlung von innen.

Für die Seidenkuckucke und Waldrappe dagegen ist das kühle Nass definitiv keine Option. Sie sind regelrechte Sonnenanbeter und genießen jeden Sonnenstrahl. Dennoch gibt es im Park natürlich ausreichend schattige Plätze, die von allen Vögeln bei hohen Temperaturen aufgesucht werden können.

„Eine besondere Herausforderung ist das warme Wetter natürlich auch für unsere Flugshowtiere. Selbstverständlich passen wir die Jagdszenen unserer Greifvögel an die jeweiligen Witterungsverhältnisse an. Werden normalerweise bei der Federspieljagd rund 20 Anschläge gezeigt, reduzieren wir diese entsprechend, denn wie auch bei uns Menschen wirkt sich das Wetter auf die Leistungsfähigkeit und Kondition unserer Greifvögel aus“, berichtet Janina Buse, Pressesprecherin des Weltvogelparks. „Nicht selten lassen sich unsere Waldrappe nach dem Flugshowfinale, bei dem sie mit rund 50 anderen Vögeln am Himmel der Lüneburger Heide fliegen, noch ein wenig auf einem Ast nieder und die Sonne sprichwörtlich auf den Bauch scheinen. So kann es an solchen Tagen dann auch mal etwas länger dauern, bis alle Vögel ihren Weg zurückgefunden haben“, ergänzt Buse schmunzelnd.

„Um den heimischen Vögeln bei diesen Temperaturen eine Abkühlung zu ermöglichen, empfehlen wir, eine Schale Wasser an einem erhöhten, für beispielsweise Katzen nicht erreichbaren Punkt in den Garten zu stellen, sodass sie sich dort bei Bedarf die nötige Erfrischung holen können. Dabei sollte das Wasser täglich gewechselt werden, um Krankheitsübertragungen vorzubeugen“, rät Buse abschließend.

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