Flurbereinigung soll Ortskerne weiterbringen

Innenentwicklung vor Außenentwicklung

Gerd Köhler (links), Bernd Beitzel und Jutta Schiecke standen beim Pressegespräch Rede und Antwort. - Foto: Bätje

Walsrode - Das Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) hatte zu einer Veranstaltung zum Thema „Realisierung von Innenentwicklungen in den Dörfern“ in den Forellenhof Hünzingen eingeladen. Ortskerne sollen durch verschiedene Maßnahmen gestärkt werden.

Im Vorfeld erläuterten Jutta Schiecke, Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung Lüneburg, Bernd Beitzel, Dezernatsleister für Flurbereinigung und Landmanagement, sowie Gerd Köhler vom hessischen Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation die Thematik in einem Pressegespräch.

Besonders auf den späteren Vortrag Köhlers waren die anderen Redner gespannt. „Die Hessen sind in diesem Bereich schon etwas weiter als wir“, stellte Jutta Schiecke fest. „Man muss ja nicht jede Sache neu erfinden. Wir wollen uns die Rosinen aus seinem Erfahrungsschatz herauspicken und dann mit unseren Erkenntnissen und Möglichkeiten kombinieren“.

Schiecke wies darauf hin, dass es sich um ein Pilotprojekt für Niedersachsen handele. Es richte sich an alle Akteure im ländlichen Raum, die Probleme bei der Verfügbarkeit von Grund und Boden bei Projekten der Innenentwicklung in ihren Kommunen bis zu 10 000 Einwohnern hätten. Es handele sich um eine Art „Flurbereinigung“ durch Umlegungen und andere Nutzungen von Flächen im Innenbereich. Dadurch solle eine Nachverdichtung erreicht werden.

Wie so etwas realisiert werden könnte, machte Dr. André Riesnar deutlich. „Innentwicklung vor der Außenentwicklung“, lautete seine Maxime. Es gehe um die Anpassung der Ortskerne durch die Straffung eines bedarfsgerechten Angebotes an Wohnraum. „Flächenmanagement“ lautete der Begriff, den er immer wieder bemühte. „Ohne das“, so Riesner, „gibt es keine Innenentwicklung.“

Dazu notwendige Dienstleistungen und Instrumente nannte Bernd Beitzel. „Das Amt für regionale Landesentwicklung bietet in seinen Werkzeugkästen unmittelbare Dienstleistungen, wie zum Beispiel die bereits erwähnte Flurbereinigung im Innenbereich der Dörfer, an.“ Niedersachsen revitalisiere ein Programm, nämlich die Nutzung von Leerständen und Baulücken, das in der Vergangenheit Grundlage für eine dörfliche Entwicklungsförderung gewesen sei. Dieses Instrument sei bereits bundesweit in bewährtem Einsatz. Das Bundesland Hessen sei ein Beispiel dafür. „Wir hoffen, an diesen Erfahrungen, an Best-Practise-Beispielen, teilhaben zu können“, sagte Beitzel.

Neue Perspektiven für kleine Kommunen

Wie weit das neue Instrument in Niedersachsen Anwendung finden werde, sei davon abhängig, in welchem Umfang die angebotenen Dienstleistungen im ArL Lüneburg nachgefragt würden, fuhr Beitzel fort. Erste Gespräche mit drei Gemeinden ließen den Schluss zu, dass kleine Kommunen in dem Instrument tatsächlich neue Perspektiven für sich erkennen würden. Dies mache Hoffnung, dass das Amt für regionale Entwicklung, Lüneburg, mit einem Verfahren starten könne.

Für alle, die mehr und Genaueres erfahren möchten: Die einzelnen Vorträge können in einigen Tagen auf der Webseite www.arl-lg.niedersachsen.de heruntergeladen werden. - bä

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