Kein Schulterblick, kein Blinker

Automobilclub Europa beobachtet Auto- und Radfahrerverhalten in Walsrodes City

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Jürgen Wagner und Matthias Cordts vom Automobilclub Europa beim Ortstermin in Walsrode mit dem Bundestagsabgeordneten Lars Klingbeil und Bürgermeisterin Helma Spöring (v.l.). 

Walsrode - Wie begegnen sich Auto- und Radfahrer, wenn sie im engen Straßenverkehr aufeinander treffen? Das hat der Automobilclub Europa (ACE) im Rahmen einer deutschlandweiten Aktion jetzt auch in Walsrode getestet und bemängelt vor allem das Verhalten der Autofahrer.

„Wir möchten mit dieser Aktion erreichen, dass Auto- und Radfahrer miteinander verständnisvoller umgehen“, sagt Jürgen Wagner vom ACE Südheide, der gemeinsam mit seinem Regionalbeauftragten Matthias Cordts eine Zusammenkunft organisiert hatte, an der Schirmherr Lars Klingbeil und Walsrodes Bürgermeisterin Helma Spring teilnahmen. Die Bürgermeisterin ist selbst passionierte Radfahrerin: „Fast immer mit Helm.“ Und sehr interessiert am Thema, vor allem, „wenn es um die neue Ampelanlage in der Kernstadt geht“.

Als Helma Spöring zum Termin eintraf, fielen erst einmal die Ampeln an der Poststraße aus. Was wohl häufiger vorkommt. Aber es erinnerte alle Beteiligten daran, wie schwierig die neue Anlage ist und wie viel hier noch aus Straßenverkehrsbehörden-Sicht getan werden muss.

Mit dieser neuen Verkehrssicherheitskampagne, so die Vertreter des ACE, wolle man für gegenseitigen Respekt im Straßenverkehr werben. Im Fokus stünden dabei die Auto- und die Radfahrer. Das Verhältnis zwischen beiden sei oft risikoreich. Durch gegenseitige Rücksichtsmaßnahmen könnten Unfälle jedoch vermieden werden.

Am Aktionstag in Walsrode wurde das Verhalten von Autofahrern und Radfahrern an den wichtigsten Kreuzungen wie beispielsweise an der Poststraße, Worth oder Moorstraße überprüft. „Über 200 Autofahrer haben wir in einer Stunde beobachtet, 96 vergaßen zum Beispiel den Schulterblick,“ bemängelte Jürgen Wagner, stellvertretender Vorsitzender beim ACE Heidekreis das Verhalten der Autofahrer. Dreimal seien Smartphones benutzt worden. Außerdem registrierten die ACE-Mitarbeiter sieben Rotlicht-Verstöße. Fünfmal sei überhaupt nicht geblinkt worden. „Die Fehlerquote von 55,48 Prozent ist für uns nicht akzeptabel“, kommentierten sie ihre Beobachtungen.

Die Bilanz auf Seiten der Radfahrer sah dagegen etwas besser aus. Von 123 Zweiradfahrern hielten nur zwei nicht an der roten Ampel an und warteten darauf, dass es grün wird. Auf ein Handzeichen vor dem Abbiegen verzichteten acht Personen. „87 Prozent haben sich richtig verhalten, das ist vorbildlich. Aber, wenn 85 Prozent der Radfahrer ohne Helm unterwegs sind, ist das ein gefährliches Risiko“, warnte der Sprecher des ACE.

Jürgen Wagner fasste kurz zusammen: „Achtsamkeit und gegenseitiges Verständnis sind das A und O für ein sicheres Ankommen im Straßenverkehr. Uns ist bewusst, dass es auch in Walsrode bezüglich der Radfahr-Infrastruktur noch großen Nacholbedarf gibt.“ mü

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