Wagners „Ring des Nibelungen“ mal ganz anders / Aufführungen morgen und Sonntag

Obergott Wotan in Schwierigkeiten

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Walküren-Vollversammlung: Mit einem gehauchten „Stößchen“ prosten sich Regina Gericke, Uta Paschke-Albeshausen, Bärbel Augustin und Sybil Jorcke zu.

Walsrode - Wer sich Wagners „Ring des Nibelungen“ nähern möchte, braucht Zeit. Die Theaterbühne Walsrode hat sich dieses Themas angenommen und den „Ring“ in leicht gekürzter Form wunderbar auf die Bühne gebracht. Wagner light, zum Mitnehmen.

Wer das gigantische Werk in anderthalb Stunden erzählen möchte, muss Ballast abwerfen. Arien, aufwändige Requisiten – wer braucht das schon? Hauptsache strohblonde Rheintöchter, Götterdämmerung, Walküren, ein prolliger Siegfried, ein Drachen und eine handvoll Götter. Das alles reicht letztlich völlig aus, um das Wesentliche rüberzubringen.

Inhaltliche Lücken werden kurzerhand mit Humor gestopft. Während Herr und Frau Doktor in Bayreuth vielleicht noch betroffen und andächtig nicken, wenn Held Siegfried hinterrücks niedergemetzelt wird, wird in Walsrode schallend darüber gelacht.

So hatten es sich die Autoren, Alexander Liegl und Gabriele Rothmüller, gedacht, als sie den Ring zur Seifenoper verklärten. Und so hat es die Theaterbühne Walsrode auch auf die VHS-Bretter gebracht.

Obergott Wotan steckt ein wenig in Schwierigkeiten. Er hat die Burg Walhall bauen lassen. Dass seine Gattin Fricka diesen Namen ziemlich blöd findet, ist noch sein kleinstes Problem...

Wohin Gier, Eifersucht und Intrigen letztlich führen, wird im Schlussbild deutlich, als recht viele der Protagonisten ziemlich tot am Boden liegen und Wotan höchstselbst Walhall in Brand setzt.

Dem Ensemble ist es gelungen, den „Ring des Nibelungen“ in „leicht gekürzter Form“ mit großer Spielfreude humorvoll auf die Bühne zu bringen. Wortwitz und Situationskomik gibt es reichlich und so ganz ohne Gesang geht es auch nicht. Aber statt langer Arien, geben die blondierten Rheintöchter kurz ein paar Takte zum Besten. Dazu gibt es Auszüge aus mehr oder weniger aktuellen Schlagern.

Eine durchweg reife Leistung, zumal die überwiegend weiblichen Mimen zum Großteil in mehrere Rollen schlüpfen mussten, was nicht nur schnelles Umschalten im Kopf, sondern auch flotte Kostümwechsel nötig machte.

Das Stück ist noch morgen, um 19.30 Uhr, und Sonntag, 2. November, um 16 Uhr, in der VHS Walsrode, Kirchplatz, 4 zu sehen.

mf

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