Angeklagte sollen Werkzeug, elektronische Geräte und Drogen unter die Leute gebracht haben

Vorwurf der gewerbsmäßigen Hehlerei

Walsrode/Verden – Außergewöhnlich kritisch befragten die Verteidiger den polizeilichen Ermittlungsführer im Verdener Landgerichtsprozess gegen drei Angeklagte aus dem Heidekreis. Dem Kommissar, der wie alle Zeugen zur Wahrheit verpflichtet ist, wurde sogar unterstellt, vor Gericht „Märchen zu erzählen“.

Ob reine Verteidigungsstrategie oder berechtigte Vorwürfe, ist noch unklar. Die Befragung des Zeugen ist noch nicht abgeschlossen. Offen ist noch immer, wie das Gericht zu der Verwertbarkeit früherer Aussagen eines der drei Angeklagten steht. Die Verteidiger halten diese für nicht verwertbar, weil der 24-Jährige seitens der Polizei unter Druck gesetzt worden sei.

Auffällig oft ging es vom Tresen zur Toilette

Doch laut Anklageschrift soll der 34 Jahre alte Angeklagte nach der Festnahme seines ebenfalls angeklagten 38 Jahre alten Bruders den 24-Jährigen hinsichtlich seines Aussageverhaltens unter Druck gesetzt haben. Dies hatte zur Festnahme des 34-Jährigen und einer mehrmonatigen Untersuchungshaft des Rethemers geführt.

Den Brüdern wird gemeinschaftliche gewerbsmäßige Hehlerei vorgeworfen. Es geht um Werkzeug und elektronische Geräte, deren Neuwert die Staatsanwaltschaft mit rund 40 000 Euro beziffert. Dem 38-Jährigen aus Walsrode wird darüber hinaus Drogenhandel vorgeworfen. Es geht um 42 Fälle und 1100 Gramm Kokain. In der Anklageschrift wird der Gesamtumsatz mit rund 58 000 Euro beziffert.

In der Befragung des Ermittlungsführers wurde auch die Durchsuchung einer Bar im Walsroder Stadtgebiet am 5. Juni 2019 thematisiert, die dem 38-Jährigen zugeordnet wird. Eine 42 Jahre alte Frau, mutmaßlich die Putzfrau, soll trotz mehrfacher Aufforderung der Polizei nicht geöffnet haben, sondern auffällig oft vom Tresen zu einer Toilette gegangen sein.

Sie wurde daraufhin verdächtigt, dort Drogen beseitigt zu haben, während die Polizei vor der Tür stand. Wegen dieses Verdachts durfte sie im Prozess die Aussage verweigern.

„Sie hatte eine größere Menge Bargeld dabei. Überwiegend 50 Euro-Scheine, wie sie beim Handel mit Kokain eine Rolle spielen, und nicht im Reinigungsgewerbe. Es ist unüblich, dass Putzfrauen über 2 000 Bargeld mitführen“, merkte der Ermittlungsführer kritisch an. Die Polizei hatte sich damals gewaltsam Zutritt verschafft.

Drogen waren bei der Durchsuchung nicht gefunden worden. Laut Durchsuchungsprotokoll jedoch „eine Vielzahl an Werkzeugen und Baumaschinen“.  wb

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