Begegnung beim Spaziergang

Wolf verfolgt Frau durch den Wald: „Braucht man kein zweites Mal“

 Ein Wolf steht vor einem Baum und sieht sich um.
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Eine gefährliche Begegnung mit einem Wolf ereignete sich bei Walsrode.

Ein gemütlicher Spaziergang durch den Wald sieht anders aus. Zwischen Walsrode und Neuenkirchen stellte ein Wolf einer Spaziergängerin nach.

Walsrode – „Das braucht man kein zweites Mal.“ Die bangen Minuten, als der Wolf sie da durch den Wald zwischen Walsrode und Neuenkirchen verfolgte, stecken der Bomlitzerin auch nach Tagen noch in den Knochen. Was sie da am Samstagmorgen erlebt hat, war weit mehr als eine der harmlosen Wolfssichtungen. „Das hätte gefährlich werden können“, gibt Wolfsberater Helmut Meyer eine Einschätzung. Für die Hündin, die die Spaziergängerin begleitete, aber womöglich auch für sie.

Eigentlich hat die Bomlitzerin nichts gegen Wölfe. Im Gegenteil hat sie die Rückkehr von Isegrim in unsere Wälder immer begrüßt. Die brenzlige Begegnung am Sonnabend hat ihre Einstellung ein wenig geändert. Als sie davon berichtet, will die Bomlitzerin auch nicht ihren Namen nennen. Sie habe zu oft erlebt, dass Leute als Wolfsgegner angegriffen werden. Dazu habe sie jetzt nicht die Nerven, sagt sie.

Aufregende Begegnung mit Wolf in der wilden Natur

Die aufregende Begegnung mit der wilden Natur in der Gemarkung Walsrode-Ahrsen haben Frauchen und Hund letztlich unbeschadet überstanden, sieht man mal vom angekratzten Nervenkostüm ab. Mit ihrer Mischlingshündin war sie, wie so oft schon, gegen 8 Uhr morgens zu einem ausgedehnten Spaziergang aufgebrochen.

Das mittelgroße Tier hatte sie von der Leine gelassen und begab sich mit dieser Begleitung an der Seite auf den Waldweg. Bald bemerkte sie etwa 50 Meter vor sich ein Tier, das sie zunächst für einen Hund hielt. Als sie näher kam, wunderte sie sich noch, dass der Besitzer das „riesige“ Tier nicht anleinte. Die Erklärung war dann nicht mehr nötig, als das Raubtier aufheulte und aus einiger Entfernung ein Heulen als Antwort kam: „Das ist ein Wolf“, war ihr klar. Und als der sich dann in Bewegung setzte und auf sie zu trottete, war es vorbei mit der Gemütlichkeit des Waldspaziergangs. Sie wusste, dass der Räuber ihre Hündin immer als Nahrungskonkurrentin wahrnehmen wird und sie jetzt in Gefahr war. Und das bestätigte gestern auch Wolfsberater Meyer.

Wolf bleibt verunsichert vor Spaziergängerin stehen

Schon oft, so berichtet die Bomlitzerin, habe sie sich ausgemalt, wie sie in einer solchen Situation reagieren würde. „Das war wohl die richtige Taktik“, vermutet Meyer, dem sie später ihr Abenteuer berichtet hat. Anstatt die Flucht zu ergreifen, stürmte die Frau auf den Wolf zu, schleuderte das lose Ende der Hundeleine um sich herum und schrie so laut sie konnte. Und das wirkte: „Der Wolf stoppte einige Meter entfernt.“

Während die Bomlitzerin versuchte, seitwärts und über verschlungene Wege aus der Gefahrenzone zu gelangen, hörte sie, wie hinter ihr der Wolf heulte und wieder Antwort erhielt. Sie merkte, dass er hinter ihr war und drehte sich immer wieder mit neuen Einschüchterungsversuchen zu ihrem Verfolger um. „Das ging so mehr als einen Kilometer“, erzählt sie. Nahe Woltem war sie dann endlich in Sicherheit, als ihr Lebensgefährte, den sie per Handy herbeigerufen hatte, sie aufsammeln und aus der Wildnis befreien konnte.

Kein normales Verhalten eines Wolfes

„Das ist kein normales Verhalten“, versuchte Helmut Meyer gestern, das Erlebnis zu erklären. Die Bomlitzerin hatte den Wolfsberater unter dem Eindruck der Erlebnisse noch am Sonnabend aufgesucht. „Ich habe eine Eingabe beim Wolfsmonitoring gemacht und mittlerweile hat sich auch das Umweltministerium eingeschaltet.“ Meyer vermutet, dass die Spaziergängerin dem „RendezvouzPlatz“ zu nahe gekommen ist. „Dort kommen sie zusammen und ziehen ihre Jungen auf“, erklärt er. Dann sei eben ein Angriff nicht auszuschließen. Gerade in dem Waldstück sei die Population recht groß. Er habe von zwei Rudeln gehört, die dort leben sollen.

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