Jugendkongress geht zu Ende

Hamburger Band „Das Pack“ überzeugt Walsroder Publikum

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„Das Pack“ vor dem Auftritt im „mittendrin“.

Walsrode - Laut, mit diesem einzigen Wort beschreibt die Band „Das Pack“ aus Hamburg passend ihre Musik. Mit wuchtigem Sound und passender Beschallung heizten die drei Musiker ihrem Publikum in Walsrode ein. Der Auftritt der Band im Kulturzentrum „mittendrin“ bildete den Höhepunkt eines Jugendkongresses mit dem Titel „Für lebendige Demokratie und Vielfalt“.

Pensen, zuständig für Gitarre, Bass und Gesang, weiß, wie es funktioniert: Er schüttelte seinen Kopf zur Musik, grinste breit ins Publikum und sprang auf der Bühne auf und ab. Er zog eine Grimasse, um kurz darauf zu rocken: „Walsrode, denk immer daran: Vielfalt ist cool.“

Es blieb nicht das einzige, was der Sänger an diesem Abend sagte. Seine witzigen und ausschweifenden Ansagen waren Teil der Show und das Publikum amüsierte sich.

Auch im persönlichem Gespräch abseits der Bühne, während des Essens, blieb es dabei: Die Jungs nehmen sich und andere nicht so ernst. Mit vollem Mund erklärten die drei Musiker ihre Philosophie: „Wir wollen eine negative Partyband sein“, verkündete Pensen mit dem Messer in der einen und der Gabel in der anderen Hand. Also im Grunde gar keine Partyband.

Auf der Bühne ließen es die Musiker ordentlich krachen.

Ihre Musik beschrieb er als Mischung aus Punk und Metal. „Auf jeden Fall ist sie lebewesenfreundlich. Wir lieben nämlich Menschen und Pflanzen“, sagte er und piekte beherzt ein Stück Cevapcici auf die Gabel.

Die Musiker philosophierten über Bier mit Eiswürfeln, Erdbeeren und den Vogelpark. Der Abstieg des HSV sei schade, aber hochverdient, so die gebürtigen Hamburger.

Und trotz aller Scherze, wissen die drei, worum es an diesem Abend geht: „Nazis sind scheiße und Vielfalt ist toll.“ Letzteres lebt die Band selbst: Bassspieler Zorro kommt aus Griechenland, Schlagzeuger Rosi aus Syrien und Pensen aus Deutschland.

Die Mischung und die klare Kante gegen Rechts waren ausschlaggebend für Wiebke Kultscher, Leiterin des Kulturzentrums, die Band zum Jugendkongress einzuladen.

50 Jugendliche erarbeiteten in acht Workshops, unter anderem Tanz, Fotografie, Poetry Slam und Grafik, ihre eigenen Ideen zum Thema. „Wo rechtes Denken anfängt, war vielen Jugendlichen gar nicht klar“, sagte Meike Rüsseler-Ferguson, zuständig für gemeindliche Sozialarbeit in Bomlitz. „Oft ist es nur ein Wort, das eine versteckte Bedeutung hat. Das vermitteln wir den Teilnehmern.“

Zwei weitere Veranstaltungen im Rahmen der Reihe „Aktiv für lebendige Demokratie und Vielfalt“ sind bereits geplant. Am Sonntag, 19. August, wird ein Hindernislauf durch die Eibia veranstaltet und am Freitag, 21. September, ein Poetry-Slam-Abend mit Tobias Kunze.

at

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