Hotellerie und Gastronomie mit Personalproblemen

Viele Fachkräfte wechseln Branche

Ein Mann im blau-karierten Hemd steht vor einem Gebäude, das stellenweise bunt bemalt ist.
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Die Feriensaison läuft auf Hochtouren, auch im Heidekreis. Den Dehoga-Vorsitzenden Jens Asche und seine Berufskollegen freut das, aber die Anspannung bleibt.

Start der absoluten Hochsaison für alle touristischen Angebote im Heidekreis – und in den Betrieben läuten die Alarmglocken. Obwohl der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) im Heidekreis vor Kurzem knapp 50 junge Menschen nach bestandener Prüfung mit guten Empfehlungen und einem Gesellenbrief in die betreffenden Betriebe zurückschicken konnte.

Heidekreis - „Sie bleiben Gott sei dank alle in der Region“, sagt Jens Asche mit Blick auf die just freigesprochenen gastronomischen Fachkräfte. Dennoch ist dem Vorsitzenden der Dehoga im Kreis eine gewisse Nervosität anzumerken. Kein Wunder, läuft doch sein Übernachtungsangebot im Serengeti-Park mit über 900 Betten zurzeit auf Hochtouren. „Ich kann mir dabei keinen Ausrutscher, wie auch immer geartet, leisten.“ Aber es sei problematisch, denn auch im Park fehlen viele Fachkräfte.

Nun werben Hotels mit ganzseitigen Anzeigen in den Medien um das begehrte Personal. Andere bieten sogar zusätzliche finanzielle Unterstützung an, um gute Leute wieder ins Haus zu holen.

Mit besonderen Aktionen das Personal halten

Selbst in der Pandemie-Hochzeit hat Anders-Hotel-Chef Reimer Eisenberg versucht, sein Team mit besonderen Aktionen zu halten, beispielsweise mit Spargelstechen in Benzen oder Bäumepflanzen in Schneeheide. Und trotzdem: „Auch wir haben Leute verloren, die wir gern halten wollten.“

Jens Asche ergänzt: „Viele haben mehr als neun Monate keine Arbeit gehabt und suchen nun einen Platz im Einzelhandel, wo ihnen mehr Sicherheit angeboten wird. Oder sie gehen zu den Versandunternehmen, die sicheres Geld anbieten. Sie haben Angst davor, dass die Hotels und die Gastronomie wieder die ersten sein könnten, die bei steigenden Corona-Zahlen schließen müssen. Und das bei so sicheren Hygienemaßnahmen, wie wir sie haben.“

Landrat hofft, keine weitere Schließung veranlassen zu müssen

Das weiß auch Landrat Manfred Ostermann, der aber um die Weisungen aus Berlin und Hannover nicht herumkommt. „Ich möchte nicht, dass ich gerade in unserer touristischen Hochburg wieder Schließungen anordnen muss. Ich weiß um die Wertigkeit unserer Hotels und der vielen Gaststätten auf dem Land, die seit Generationen einen zuverlässigen Job machen. Und um die Konzepte unserer Freizeitparks, die einfach stimmig sind. Wir als Landkreis können es uns nicht leisten, dass in dieser Branche noch mehr Schaden angerichtet wird.“

Jens Asche freut sich darüber, dass bei der Freisprechung hochwertige Köche die Prüfung bestanden und bleiben werden. Es hätten viele Köche, gerade die guten, ihren Job aufgegeben, um in anderen Bereichen gutes Geld zu verdienen. „Aber unser Beruf hat auch so viele schöne erlebnisreiche Angebote, dass wir gemeinsam versuchen sollten, wieder mehr Menschen für die Hotellerie und die Gastronomie zu interessieren und sie mit noch attraktiveren Angeboten bei uns zu halten.“ Asche will im Herbst erneut Bilanz ziehen, nach weiteren Gesprächen mit den Kollegen. „Wir müssen einfach am Ball bleiben, müssen auch die Politik überzeugen, dass wir ein wichtiger Wirtschaftszweig gerade im Heidekreis geworden sind.“  

Von Klaus Müller

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