Streitentscheid: Keine Wiederaufnahme der Arbeiten

Vermilion darf Bohrstelle betreten

Am Ball bleiben: Die zurzeit ruhende Bohrstelle Wisselshorst 1 bei Kroge darf von Vermilion wieder betreten werden. Noch sind weitere Bohraktivitäten auf diesem Gelände allerdings untersagt. 
Foto: müller
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Am Ball bleiben: Die zurzeit ruhende Bohrstelle Wisselshorst 1 bei Kroge darf von Vermilion wieder betreten werden. Noch sind weitere Bohraktivitäten auf diesem Gelände allerdings untersagt. Foto: müller

Kroge/Walsrode – „Irgendwie lag es jetzt gerade in der Luft, dass etwas in Sachen Bohrungen passieren würde. Und gerade erst am letzten Sonntag haben wir uns im Aktionsbündnis für eine erste Zusammenkunft nach Corona am 10. Juli verabredet, um einfach mal wieder persönlich zu besprechen, wie wir weiter vorangehen wollen, wann wir mit der Online-Petition starten, wie die Unterschriftensammler weiterarbeiten sollen und wie wir wieder auf uns aufmerksam machen können.“

Hans-Heinrich von Hofe, Sprecher des Aktionsbündnisses gegen Gasbohren, reagierte noch am Dienstag auf eine Mitteilung der Walsroder Bürgermeisterin Helma Spöring im Stadtrat.

Seit der Fusion ist Spöring auch für den Ort Kroge verantwortlich. Sie war gemeinsam mit Sebastian Fischer am Montag in Hannover, wo ihr mitgeteilt wurde, dass das Landesbergamt dem Eigentümer seine Entscheidung nach Paragraf 40 Bundesberggesetz zur Nutzung der vorhandenen Fläche Wisselshorst 1 in der Gemarkung Kroge bekannt gegeben habe. Danach darf das kanadische Bohrunternehmen Vermilion die Bohrstelle für weitere Untersuchungen als Aufsuchungsberechtigte betreten. Das bedeute jedoch derzeit nicht, dass bereits Bohrtätigkeiten aufgenommen werden dürften. Hierzu sei ein gesondertes Genehmigungsverfahren notwendig, Antragsunterlagen lägen allerdings noch nicht vor.

Nun sei der sogenannte Streitentscheid zugunsten Vermilion ausgefallen, so Hans-Heinrich von Hofe. Das bedeute vor allem, dass der Eigentümer der Fläche laut Bundesberggesetz verpflichtet sei, das Areal weiterhin an das Unternehmen zu verpachten. Es dürfe sie jetzt aufsuchen und betreten.

Von Hofe: „Wir haben immer noch gehofft, wie auch sicher alle, die gegen die neuen Bohrungen unterschrieben haben, oder die Kommunal- und Kreispolitik, die sich mit ihren Resolutionen gegen neue Bohrungen ausgesprochen haben, und auch gerade die direkten Anlieger, dass es vielleicht doch nicht dazu kommt.“ Auf einer Veranstaltung am 22. Januar im Kurhaus sei ja auch gesagt worden, dass der Widerstand doch zumindest einen ordentlichen Zeitverzug gebracht habe. „Und nun das.“

Das Aktionsbündnis würde mit Ruhe und Bedacht auf den Entscheid reagieren, sagte von Hofe. Die nächsten Schritte und Aktionen würden genau überlegt. „Wir sind viele Aktive und haben den Großteil der Bevölkerung in den betroffenen Gebieten hinter uns. Mit uns sind eben auch viele Kommunen und der Heidekreis. Wir stecken den Kopf nicht in den Sand.“

Landtagsabgeordneter Sebastian Zinke monierte das „antiquierte Bergbaurecht“, das keinen Spielraum zulasse, um die Interessen der Anwohner zu berücksichtigen. Flächeneigentümer könnten sich quasi überhaupt nicht gegen eine Nutzung wehren. „Wir müssen solch einschneidende Gesetze dringend ändern.“ Besonders in einem so sensiblen Bereich dürfe das Interesse der Wirtschaft nicht in allen Fällen über dem der Menschen und des Umweltschutzes stehen. Zinke: „Ich begrüße daher, dass die Landesregierung eine entsprechende Bundesratsinitiative vorbereitet.“  mü

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