Szenische Lesung zu Freihandelsabkommen

Verelendung durch TTIP und TISA

Während der Lesung (v.l.): Wilfried Trautmann, attac, Charly Braun, ver.di, Fritz Patzelt, GEW, Wiebke Lüders und Musiker Arne Eggers vom Bündnis gegen Freihandelsabkommen. - Foto: Karin/ DGB

Walsrode - Schwarz gekleidet und mit weißen Masken trugen Wilfried Trautmann (attac), Charly Braun (ver.di), Fritz Patzelt (GEW) und Wiebke Lüders vor, was sich für Menschen bei Arbeitsbedingungen, in Schule, Pflege und in Kommunen verändern könnte, wenn die Freihandelsabkommen nicht verhindert werden. Zur Verstärkung des Eindrucks trug der Soltauer Musiker Arne Eggers bei. Trautmann hatte Texte für einen Kleinunternehmer, einen Erwerbslosen, einen Fallmanager, einen Familienvater, eine Bürgermeisterin und eine Studentin anhand der sozialen Realität in den USA verfasst.

Da erzählt die Bürgermeisterin: „Mein Vorgänger hat Wasserver- und Abwasserentsorgung, Müllabfuhr und Schulgebäude an Privatinvestoren verkauft. Die hatten ihm versprochen, dass für die Bürger alles billiger wird und jetzt haben wir genau das Gegenteil, die Gebühren werden ständig erhöht. Die Gebäude sind in einem erbärmlichen Zustand, die Kanalisation muss ständig notdürftig geflickt werden. Die ehemaligen städtischen Beschäftigten mussten ein Drittel Lohneinbußen akzeptieren. Und trotz all dieser negativen Entwicklung darf ich den Verkauf nicht rückgängig machen, ich darf den Privatinvestoren all diese Einrichtungen der Daseinsvorsorge nicht abkaufen. Die Bundesregierung hat mit dem TISA-Vertrag unterschrieben, dass eine Rekommunalisierung durch die Sperrklinkenregel verboten ist.“

Der Lesung schloss sich eine Diskussion über Sozialabbau, Geheimhaltung der Vertragsverhandlungen und private Konzerngerichte an. Attac- und Gewerkschaftsvertreter berichteten, dass europaweit drei Millionen Menschen gegen TTIP, CETA und TISA unterschrieben hätten. 300 Stadträte in Deutschland lehnten die Abkommen ab, darunter zwölf Landeshauptstädte sowie die Städte Walsrode und Celle.

Das Bündnis im Landkreis sei im Oktober mit Bussen zur Großdemonstration in Berlin gefahren. Die Heidekreisler mobilisieren jetzt für die Demo am Sonnabend, 23. April, in Hannover. Gewerkschaften, Umweltorganisationen und andere wollen den Besuch der Bundeskanzlerin und des US-Präsidenten bei der Messe zum Protest nutzen. Interessierte melden sich beim DGB, Telefon 04131/2233960.

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