Kritik an Substanz der kreiseigenen Schulen

Walsroder Schulen: Unhaltbare Zustände

Blick auf das langsam verfallende und mit Graffiti beschmierte Schulgebäude.
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Seit neun Jahren wird das ehemalige Schulzentrum in Walsrode nicht mehr genutzt. Die Stadt fordert den Landkreis nun mit deutlichen Worten auf, aktiv zu werden und über eine Renovierung der Anlage beziehungsweise über einen Abriss zu entscheiden.

Die Oberschule in Bomlitz hat einen Wasserschaden, das Schulzentrum wird seit neun Jahren nicht mehr genutzt und verfällt lamgsam, das Gymnasium ist an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen: Die Stadt Walsrode hat in Sachen Lehranstalten gleich mehrere Baustellen zu bearbeiten und nimmt dafür auch den Landkreis in die Pflicht.

Walsrode/Bomlitz – „Das ist unhaltbar“, sagte Bürgermeisterin Helma Spöring in der Sitzung des Kinder- und Schulausschusses der Stadt Walsrode. Was sie damit kritisierte: Bei einem Starkregen war einer der Türme der Oberschule Bomlitz voll Wasser gelaufen und umgehend gesperrt worden. Wie die anderen vom Kreis betreuten Schulen der Stadt weise Bomlitz seit Jahren deutliche Mängel auf.

Und darum müsse unbedingt etwas getan werden. Der Kreis werde aufgefordert, schnellstens zu reagieren.

Alle Ausschussmitglieder unterstützten einen Verwaltungsvorschlag, in dem die notwendigen Baumaßnahmen an den Schulgebäuden in der Trägerschaft die Landkreise auf dem Gebiet der Stadt Walsrode dringend vorgenommen werden müssen. Der Oberschulstandort Bomlitz sei zu sichern und weiterzuentwickeln.

Für das ehemalige Schulzentrum in Walsrode, für das es schon seit neun Jahren keine Nutzung mehr gibt und das zu einem unansehnlichen Anblick mitten in der Stadt geworden sei – im Ausschuss sprach man von einem Drogenschwerpunkt in der Stadt – sei unbedingt eine neue Nutzung zu überlegen – oder aber der Abriss. Die Raumbedarfe von Gymnasium und Oberschule seien schnellst möglichst zu lösen. Auch die Schaffung einer IGS müsste in die Überlegungen eingebracht werden. Vielleicht wäre eine Renovierung des Schulzentrums ein erster Schritt dorthin.

Bürgermeisterin Helma Spöring gab die Überlegenheit der Stadt weiter, vielleicht sogar ein zweites Gymnasium auf dem Gebiet der Stadt Walsrode einzurichten, denn die zurzeit bestehende Neunzügigkeit sei nicht mehr gesetzeskonform. Der Bedarf sei da.

Für das marode ehemalige Schulzentrum biete sich eine Umnutzung an. Es bestehe ja sowieso schon die perfekte Anbindung an den ÖPNV, an die Sportstätten und an notwendige Fachräume. „Es muss jetzt unbedingt etwas getan, es muss unbedingt gehandelt werden“, nahm die Bürgermeisterin alle Beteiligten nachdrücklich in die Pflicht.

Mit den Forderungen konfrontiert, gab sich Landrat Manfred Ostermann zurückhaltend. „Es ist ein komplexes Thema“, so Ostermann in einem Gespräch mit unserer Zeitung zur schwierigen Schulsituation im Landkreis und zu der Forderung, das Gymnasium Walsrode zügig zu entlasten. Das Land selbst gehe dort langfristig von einer Sechszügigkeit aus.

Nach einem Beschluss des Kreisausschusses solle gutachterlich untersucht werden, wie dies gelingen könne. „Durch ein weiteres Gymnasium. Wenn ja, wo? In Walsrode oder Bad Fallingbostel?“ Diese Fragen drängten sich auf. Der Landrat machte klar, dass dabei andere Standorte nicht gefährdet werden müssten.

Zum alten Schulzentrum Walsrode sagte Ostermann, dass der Gutachter bei einer Nachnutzung mit Kernsanierung eine Kostenersparnis von rund drei bis vier Millionen Euro gegenüber einem Neubau prognostiziere. Die Kreispolitik werde nach der Vorlage des Gutachtens entscheiden, wo und wie die Entlastung des Gymnasiums Walsrode erfolgt.

Der Landrat kündigte zudem an, dass die Auftaktveranstaltung zur Entwicklung eines Gutachten für den Schulbereich am 24. Juni vorgesehen sei. Mit am Tisch sitzen dann Hauptverwaltungsbeamte des südlichen Heidekreises, alle dortigen Schulleiter, Vertreter der Kreispolitik und der Gutachter  

Von Klaus Müller

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