Monoverbrennungsanlage in Bomlitz?

Vom Umgang mit Klärschlamm

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Klärschlamm der Kommunal Service Böhmetal.

Bomlitz - Auf ihrer Gesellschafterversammlung haben die in der Kommunalen Heide-Dienstleistungsgesellschaft (KHD) zusammenarbeitenden Städte, Gemeinden und Stadtwerke im Heidekreis den Beschluss gefasst, den langfristigen Umgang mit dem Thema Klärschlamm im Heidekreis über die KHD als Plattform zu strukturieren.

Das Ergebnis des Treffens: Es soll eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Kommunen und regionalen Entwässerungsbetrieben eingerichtet werden, die unter Beteiligung von Experten die rechtlichen und organisatorischen Aspekte der interkommunalen Zusammenarbeit bei den Themen Klärschlammverwertung und Phosphorrückgewinnung aufbereitet.

Die in Kraft tretenden verschärften bundes- und landesrechtlichen Rahmenregelungen (Düngegesetz, -verordnung und Abfallklärschlammverordnung) der EU hätten regional erhebliche Auswirkungen auf den künftigen Umgang mit Klärschlamm, sagte KHD-Geschäftsführer Michael Krohn. Die zunehmend wegbrechende Möglichkeit einer landwirtschaftlichen Verwertung, ergänzt um die zunächst bei größeren Kläranlagen notwendig werdende Rückgewinnung von Phosphor, veranlassten die Verantwortlichen im Heidekreis, alternative Möglichkeiten zu prüfen.

Hierzu habe es mehrere, teils interkommunale Sondierungsgespräche gegeben, so Krohn weiter. Deutlich wurde das große Interesse der Vertreter von Entwässerungsbetrieben und Kommunen an einer möglichst regional ausgerichteten, entsorgungssicheren und kostenbegrenzenden Lösung. Gleiches gilt für die Firma Dow am Standort Bomlitz, die Betreiberin der Gemeinschaftskläranlage des Industrieparks und damit der größten Kläranlage im Heidekreis ist.

Fast 80 Prozent des Heidekreis-Schlamms nach Bomlitz

Eine Erhebung der an den Kläranlagen im Heidekreis anfallenden Schlamm-Mengen durch die KHD ergab eine jährliche Menge von 7 380 Tonnen Trockenrückstand (tTR), wovon mit allein rund 3 500 tTR gut 47 Prozent des regionalen Aufkommens in Bomlitz anfallen, gefolgt von 810 tTR (elf Prozent) am Lebensmittel-Industriestandort Bad Fallingbostel, 750 tTR (zehn Prozent) in Walsrode und 650 tTR (neun Prozent) in Soltau. Damit kommen aus dem Umkreis von circa 15 Kilometern um den Standort Bomlitz fast 80 Prozent der gesamten Klärschlamm-Menge im Heidekreis.

Mit Blick auf Planungen für einen „Energie- und Umweltpark“ in Bomlitz eröffnen sich Krohn zufolge neue Möglichkeiten zur Umsetzung von energetisch sowie entsorgungsfachlich sinnhaften und auf Stoffströme ausgerichteten Projekten am Standort. 

„Eine regional sinnvolle und den Industriestandort stärkende Entwicklungsperspektive könnte die Planung und Realisierung einer Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage mit Phosphorrecycling am Standort Bomlitz sein. Dabei sind alternative Modelle denkbar, von privatwirtschaftlichen Investitionen Dritter über Betreibermodelle bis hin zu interkommunalen und öffentlich-privaten (ÖPP) Kooperationen.“

Über die KHD-Geschäftsstelle läuft die Abstimmung mit der von Dow betriebenen Kläranlage in Bomlitz,der Austausch mit dem in Bomlitz geplanten Bioabfallprojekt der AHK sowie der Aktivitäten des Netzwerks 3N im Rahmen des vom Landkreis unterstützten Interreg-Projektes Biocas.

mü/kr

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