„Gägen de gauen Sitten“ der Theatergruppe von de Füerwehr Nordkampen

Tosender Szenenapplaus

Die Hosen runter ließen die Darsteller in einigen Szenen auf der Bühne im Dorfgemeinschaftshaus. Fotos: Röttjer

Nordkampen – Echte Attacken auf die Lachmuskeln des Publikums gab es bei der neuesten Inszenierung der Theatergruppe von de Füerwehr Nordkampen im Dorfgemeinschaftshaus. Das Ensemble begeisterte mit der Komödie „Gägen de gauen Sitten“ von Jörg Appel. Der Lohn der vielen Gäste für die gewohnt überzeugende Spielfreude der Akteure waren Lachsalven und tosender Beifall auf offener Szene sowie ein fulminanter Schlussapplaus.

Der Erfolg der Inszenierung setzt sich zusammen aus dem schauspielerischen Können, kurzen, auf das Dorf und deren Einwohner bezogenen Textergänzungen sowie der gekonnt eingesetzten Gestik und Mimik.

Das Thema des Dreiakters, die Suche eines berühmten Mannes nach seinem unbekannten Vater, ist auf dem ersten Blick nicht unbedingt der Stoff für eine Komödie. Aber neben nachdenklichen Szenen und Dialogen sind es immer wieder Situationskomik und Wortwitz, die für Turbulenzen auf der Bühne sorgen. Für die erfahrene Crew aus Nordkampen war es kein Problem, die humorvolle und mit vielen pointierten Dialogen gespickte Inszenierung umzusetzen.

Der sich öffnende Vorhang gibt den Blick frei auf eine dörfliche Idylle. Andreas Heimsoth präsentierte sich routiniert als einziger Gastwirt des Ortes, Liv Rohde als seine Tochter und Hannes Scheele als sein Freund. Eine feine schauspielerische Leistung zeigte Timo Langrehr, der sich anfangs recht wortkarg gab. Sein Domizil auf der Bank vor dem Gasthaus hatte Uwe Langrehr, der mit stoischer Ruhe seine Rolle ausfüllte.

Das Treiben nahm an Fahrt auf, als ein von Jan Meyer mit pfiffiger Note gespielter Film- und Bühnenstar auftauchte, im Schlepptau zwei von Britta Stöckmann und Claudia Langrehr dargestellte Kolleginnen, die später eine wichtige Rolle bei der Suche nach seinem Vater spielten. Von dem war nur bekannt, dass er ein Muttermal an einer besonders delikaten Stelle haben solle.

Wie auf den Leib geschrieben waren Anke Eitzmann-Baars und Dörte Kamermann die Rollen als Tratschen, die immer auf dem Laufenden waren. Mit spitzer Zunge kommentierten sie nicht nur die neuesten Neuigkeiten, sie gifteten sich auch gegenseitig an. Als Ex-Frau des Schauspielers wirbelte Merle Brunner über die Bühne, und eine kleinere Rolle als stummer Straßenmusikant spielte Magnus Robert Müller.

Schließlich sollte bei einer kurzfristig organisierten Willkommensfeier die Identität des Vaters geklärt werden. Dazu war es aber erforderlich, dass die in Frage kommenden Herren ihre Hosen fallen lassen mussten. Das Publikum tobte ob des Geschehens auf der Bühne. Aber die Begutachtung war nicht möglich, denn die beiden Tratschen enterten die Bühne und der Spuk hatte ein Ende. Trotzdem gab es ein Happy End und eine Hochzeit kündigte sich an.

Neben dem Trio in der Regie, bestehend aus Heidi Grubert, Dörte Kamermann und Volker Langrehr, amtierten Andrea Bockelmann und Ulrike Müller als kaum geforderte Souffleusen, Svenja Ahlden, Maske, und erstmals Charlotte Schlechte, Frisuren, waren hinter der Bühne aktiv. Den Bühnenaufbau besorgten Tobias Lindwedel und Meik Neumann, während sich Heidi Langrehr um den Kartenverkauf kümmerte. Zum Bühnenbild hatten viele Spender mit Utensilien beigetragen.

Das Ensemble wird das Stück noch einmal am Samstag, 7. März, um 19 Uhr, aufführen.  rö

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