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Studio 78 in Walsrode: Abriss hat begonnen

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Von: Klaus Müller

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Ein Mann blick nachdenklich auf einen riesigen Schuttberg.
Trauriger Anblick: Michael Reinhardt (l.), Geschäftsführer des ehemaligen Studios 78 in Walsrode, vor dem riesigen Schuttberg. © Müller

Nach dem Brand vor fünf Monaten hat nun der Abriss der ehemaligen Walsroder Großraumdisco Studio 78 beginnen. Parallel dazu plant Geschäftsführer Michael Reinhardt bereits den Neubeginn.

Walsrode – „Das ist schon ein mulmiges Gefühl zu erleben, wie jetzt alles verschwindet, wie der Platz plan gemacht wird und von dem ehemaligen Studio 78 nichts mehr übrig bleibt“, sagt Michael Reinhardt, Geschäftsführer der ehemaligen Großdiscothek. In der Nacht vom 20. auf den 21. April dieses Jahres brannte sie bis auf die Grundmauern nieder.

Noch immer keine offzielle Brandursache

Noch gibt es keine offizielle Ursache für den Brand, nur Vermutungen. Aber zu denen äußert sich die Polizei nicht öffentlich. Aber es soll weitergehen, in Walsrode, vielleicht auch in Bad Fallingbostel. Denn Michael Reinhard möchte wieder aufbauen. Er hofft, in zwei bis drei Jahren an gleicher Stelle, im Gewerbegebiet Vorbrück, wieder ein Studio eröffnen zu können. In seinem kleinen Büro ganz in der Nähe der ehemaligen Diskothek führt er zahlreiche Gespräche, hört sich um, ob er nicht in der Nähe eine größere Fläche bekommen kann, „auf der ich ein Zelt aufstellen möchte“.

Blick in eine Brandruine. Zu sehen sind einige verrußte Stahlträger, an denen Kabel herabhängen. Die Decke fehlt, der Boden ist mit Schutt bedeckt.
Bald wird die Brandruine gänzlich verschwunden sein. Auf der leeren Fläche würde Reinhard gern ein massives Zelt als Zwischenlösung aufbauen. © Müller

Hausmeister Uwe, fast schon legendär in dem Gebäude, das nicht mehr da ist, ist gekommen, schaut noch einmal auf den riesigen Schuttberg, entdeckt Kleinigkeiten, die man noch mitnehmen könnte, „aber es lohnt sich nicht mehr“. Am Dienstagmorgen sind zwei Abriss-Bagger aus Schwarmstedt gekommen, um den Rest des Gebäudes, das mit einem Zaun umgrenzt ist, abzutragen. 150 000 Euro kosten diese Arbeiten. „Aber dann ist hier endlich alles sauber, und ich kann neu beginnen, zu planen“, so Reinhardt.

Ein massives Zelt als Übergangs-Disco

Er stehe in engen Verbindungen mit den verschiedenen Behörden, habe Gespräche für einen zwischenzeitlichen Standort nicht nur in Walsrode, sondern auch in Bad Fallingbostel geführt. Will ein massives Zelt errichten, damit die jungen Leute wieder einmal feiern können. Das Studio hatte Kultstatus in der Region und weit darüber hinaus, seit vielen Jahren schon. Als Reinhardt kam, passte auch das ausgefeilte Sicherheitskonzept, in enger Zusammenarbeit mit der Polizei.

Zwei Abrissbagger vor einer Brandruine.
Am Dienstag rollten die Abrissbagger an. © Müller

Groß war die Freude, als nach der Corona-Pause im März endlich wieder gefeiert werden konnte im Studio 78. Dann kam der Großbrand, der mit einer riesigen Wucht einschlug. Reinhard zeigt auf das, was vom Foyer übrig ist. „Wir haben kurz vor dem Feuer noch die Wände neu hergestellt, nichts ist geblieben.“ Die Heizung könnte man noch in Teilen gebrauchten. Uwe werde danach schauen.

Und bald ist nichts mehr da, das an das alte Studio erinnert. Reinhardt hofft darauf, bald eine neue Lösung zu finden. Es wird nicht einfach werden.  

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