Todesfall bei Ciwan Walsrode / Germania verweist auf Spielplanenge

Streit um eine abgelehnte Verlegung

Eine Mann und eine Frau stehen auf einer Rasenfläche.
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Birgit Söder, Vorsitzende von Germania Walsrode, beim Ortstermin mit der Polizei. Links neben ihr der erste Vorsitzende von Ciwan Walsrode, Nasir Kilinc.

Walsrode – Das waren schon Heftigkeiten, die zwischen den beiden Erzrivalen im Walsroder Fußball, Germania Walsrode (SGW) und Ciwan Walsrode, an diesem Wochenende stattfanden.

Der Grund war ein trauriger: Nasir Kilinc, 1. Vorsitzender von Ciwan, erfuhr am Samstagvormittag, dass ein 37-jähriges Vereinsmitglied, das oft an der Eintrittskasse ausgeholfen hatte, infolge einer schweren Krankheit am Morgen verstorben war. Der Mann hinterlässt drei Kinder.

Ciwan bittet um Punktspielverlegung

„Das hat bei uns im Verein eine große Lücke aufgerissen, sodass wir Germania Walsrode darum baten, das für Sonntag angesetzte Punktspiel zu verlegen.“ Kilinc setzte sich mit der Vorsitzenden der SGW, Birgit Söder, telefonisch auseinander und bat darum, das Spiel absagen zu dürfen. Als Germania mit einem klaren Nein reagierte, gab es heftige Reaktionen in den sozialen Medien.

Rassismus-Vorwürfe

Birgit Söder: „Unserem Vorstand wurde sogar Rassismus vorgeworfen. Das lasse ich mir nicht gefallen. Wir haben uns an die Statuten gehalten.“ Nasir Kilinc reagierte auf den Rassismus-Vorwurf mit Unverständnis. Es sei nur gesagt worden, dass einige Germanen kein Verständnis für Menschen anderer Nationen hätten.

Polizei zur Vermeidung einer möglichen Eskalation

„Mir tut es sehr leid, dass Germania so entschieden hat. Aber wir sind faire Verlierer“, so der erste Vorsitzende von Ciwan nach dem Fußballspiel im Germanen-Stadion, das mit 600 Besuchern, darunter 150 Ciwan-Fans, am Sonntag gut gefüllt war und mit 1:6 verloren ging. Wegen der Brisanz hatte Birgit Söder um Unterstützung durch die Polizei gebeten, um eine mögliche Eskalation zu vermeiden. Die war mit drei Einsatzwagen vertreten und machte eine deutliche Ansage an beide Vereinsvertreter: „Wenn es hier zu Ausschreitungen kommt, wird das Spiel sofort abgebrochen.“

Dieses Derby ist immer schon ein besonderes Spiel. Darum schüttelten neutrale Beobachter den Kopf, als sie erfuhren, dass ein 18-Jähriger das Spiel leiten sollte. Ciwan und Germania riefen ihre Mitglieder zur Ruhe auf. 25 Ordner von beiden Vereinen waren im Einsatz.

„Es war unser schlechtestes Spiel in dieser Saison, aber es ist alles ruhig geblieben“, so der Kommentar von Kilinc. Trotzdem ist er wütend. Er habe mit dem Spielausschussobmann gesprochen und gefragt, ob eine Verlegung möglich gewesen wäre. „Er hat uns das bestätigt, aber auch gesagt, dass Germania hätte zustimmen müssen.“ Das sei nicht geschehen. „Man hat uns auf die Spielplanenge verwiesen.“ Der Verband hätte einer Verlegung zugestimmt.

Birgit Söder mutmaßt, dass ein Grund für eine Absage auch das Fehlen von drei rotgesperrten Spielern der ersten Ciwan-Mannschaft gewesen sein könnte. Da die Mannschaft von Böhme bereit war, wegen des Todesfalls ihr Spiel gegen das zweite Ciwan-Team abzusagen, konnte Ciwan die „Erste“ auffüllen, war aber leistungsmäßig dann doch klar unterlegen.

Von Klaus Müller

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