Streit kostet 51-jährigen Walsroder 1000 Euro / 47-Jährige fühlt sich bedroht

Verbale Bissigkeit eines Hundehalters

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Mediengruppe Kreiszeitung

Walsrode/Verden - Wenn Hunde sprechen könnten, wäre manchmal der Justiz geholfen. Gleich drei Vierbeiner hätten dann am Mittwoch in einem Berufungsverfahren am Landgericht Verden im Zeugenstand Platz machen müssen. Zwei gehören dem Angeklagten, der eine Hundebesitzerin beim Gassigehen bedroht und beleidigt haben soll. Seine verbale Bissigkeit kostet den 51-Jährigen Walsroder 1000 Euro.

In den Mittagsstunden des 22. März 2014 waren sich die Hundehalter zwischen Walsrode und Düshorn im Bereich Rödershöfen auf einem Feldweg begegnet. Der Angeklagte kehrte mit seinen Mischlingen, einer war ein halbes Jahr alt, von einem Spaziergang zurück, als die 47 Jahre Frau neben seinem Auto parkte. Ihr Hund habe zuerst gebellt, so die Zeugin. Dann seien die Hunde des Angeklagten nach vorn gegangen. Der 51-Jährige habe seine Vierbeiner an der Leine zurückgerissen. „Der Kleine hob ab“, sagte die Zeugin. Es habe so ausgesehen, als ob er nach den Tieren treten wollte – ein Unding. Sie habe lediglich mit einem „Ey“ reagiert. Dann habe der Angeklagte mit zahlreichen Beleidigungen losgelegt. „Es war die ganze Bandbreite“, so die Frau.

Angeklagter nimmt

Berufung zurück

„Ziege“, räumte der Angeklagte ein. „Weichgespülte Tierschutztussi“, wurde von ihm genauso wie alles weitere bestritten. Ebenso die Bedrohungen, die nach Angaben der Zeugin von: „Ich weiß, wo du wohnst“, „Ich finde dich“ bis „Ich schlag die tot“ reichten. Angst habe ihr gemacht, dass der Angeklagte sich im Auto den Namen ihres Unternehmens notierte, der auf der Heckscheibe ihres Autos stand. Zumindest ging sie davon aus, dass er das tat.

Es stand schon in erster Instanz beim Amtsgericht Walsrode Aussage gegen Aussage. „Es ist nicht nachvollziehbar, warum sie das erfinden sollte“, pflichtete die Vorsitzende Richterin Andrea Ramsauer dem Walsroder Kollegen bei. Der Mann und die Frau hatten sich vorher nicht gekannt, darin herrschte Einigkeit.

Dem Angeklagten sei das vorgeworfene Verhalten nicht wesensfremd. Mehrfach sei er wegen Bedrohung und Beleidigung aufgefallen, wurde im Walsroder Urteil festgestellt. Das habe sich in den letzten Jahren geändert, versicherte Verteidiger Thomas Lasthaus, der darum kämpfte, seinem Mandanten eine Verurteilung zu ersparen.

Er habe die Frau lediglich aufgefordert, ein Stück zur Seite zu gehen, erklärte der Angeklagte. Dem sei die Walsroderin nicht nachgekommen. Vorgehalten wurde ihm von der Vorsitzenden sein Einspruch gegen einen Strafbefehl: „Ich gebe zu, dass ich im Zorn das eine oder andere Wort gesagt habe“, hatte er geschrieben.

„Über die Ziege hätte ich milde gelächelt“, so die Zeugin. Doch wegen der Bedrohungen sei sie aus Angst zur Polizei gegangen. Außerdem veranlasste sie eine Überprüfung der Tierhaltung, denn die Hunde hätten ein Stachelhalsband getragen, was sich nicht nachweisen ließ.

Der Angeklagte nahm die Berufung zurück, nachdem die Vorsitzende und der Staatsanwalt verdeutlicht hatten, dass diese keine Erfolgsaussichten habe.

wb

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