Die Komponenten entscheiden 

Auf der Suche nach Stammzellenspender für Stephan Wagner

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Das Organisationsteam ruft zur Typisierung für Stephan Wagner auf. 

Walsrode - Stephan Wagner ist aus Walsrode nicht wegzudenken, so verankert ist der 42-Jährige in der Stadt, bei der Freiwilligen Feuerwehr und an seinem Arbeitsplatz im Industriepark.

Deshalb ist der unglaublich engagierte Ortsbrandmeister Mittelpunkt einer Aktion, die ihm das Leben retten kann, denn Stephan Wagner ist an Leukämie erkrankt. Am Sonnabend kann sich jeder Mann und jede Frau aus Walsrode und dem Heidekreis testen lassen, ob er oder sie als Stammzellen-Spender für Stephan Wagner geeignet ist und so dessen Leben rettet.

Die Stadthalle Walsrode öffnet ihre Türen für die riesige Stammzellentypisierungsaktion, die seine Freunde und Kollegen vom Dienst buchstäblich über Nacht aus dem Boden gestampft haben. Alfred Suhr, stellvertretender Ortsbrandmeister, hat dabei alle an Bord, die Stephan Wagner kennen und brauchen: die Kameraden der Feuerwehr, den Arbeitgeber, vertreten durch Frank Rosendahl, viele Bürger Walsrodes und sogar die Bundespolizei. Helma Spöring, die als Bürgermeisterin die Stadthalle zur Verfügung stellt, wird in ihrer Erklärung als Schirmherrin der Aktion sehr persönlich: „Stephan Wagner ist ein junger Mann, der mit ganz klaren Vorstellungen für die Feuerwehr fordert, was die Menschen in Walsrode für ihren Schutz brauchen.“ In ihren Worten klingt ehrlicher Respekt für Stephan Wagner durch, mit dem sie schon so manchen Strauß für die Feuerwehr ausgefochten hat. Spöring ist sich sicher, dass „wir Walsrode und Umgebung für die Stammzellen-Typisierung mobilisieren können.“ Alle sollten kommen und sich testen lassen.

Boris Steinberg von der Bundespolizei motiviert seinen Ausbildungslehrgang, zur Typisierung zu gehen.

Wie ein solcher Test abläuft, ist schnell erklärt: „Ein Watte-Stäbchen wird einmal innen an der Wange entlang gewischt und das war’s“, erläutert Stefan Gottschild aus Walsrode, der selbst bereits einmal Spender war und damit das Leben einer Frau aus Holland gerettet hat. „Ich denke, ich habe was Gutes getan,“ erklärt er ohne Zögern auf der Pressekonferenz der Walsroder Wehr. Da Stephan Wagner auch beim DRK viele Freunde hat, wird der Verein am Sonnabend auf jeden Fall mindestens zehn freiwillige Helfer in die Stadthalle schicken.

Seit vergangenem Dienstag sind in der Stadt schon Flyer ausgelegt worden, 90.000 wurden gedruckt, damit jeder über die Chance informiert wird, die das Typisieren der Stammzellen mit sich bringt. Männer und Frauen im Alter von 17 bis 55 Jahren können mitmachen. Die Stäbchen werden dann von der DKMS auf Übereinstimmung im Labor geprüft. Acht verschiedene Komponenten müssen passen, damit die Übertragung ein Erfolg wird.

Stammzellen bilden sich nach 14 Tagen neu

Gespendet werden Stammzellen, die sich nach 14 Tagen im Körper des Spenders wieder neu bilden, er verliert also nichts. „Ein Medikament wird über einige Tage eingenommen, so bilden sich mehr Stammzellen im Blut. Am Tag der Spende wird dann Blut abgenommen, die Stammzellen werden dann – einfach ausgedrückt – ausgewaschen. Der Spender bekommt sein Blut wieder zurück“, erläutert Stefan Gottschild. Ähnlich wie an der Dialysemaschine.

Frank Rosendahl hat beim Arbeitgeber eine finanzielle Spende bekommen: 3000 Euro gibt WiPak für die Auswertungen der Test, denn die DKMS arbeitet mit hoch qualifizierten Laboratorien zusammen. Sparschweine haben die Sekretärinnen im Industriepark aufgestellt, auch viele WiPak-Mitarbeiter werden am Sonnabend in der Stadthalle sein, um sich testen zu lassen.

Boris Steinberg von der Bundespolizei gab in der Pressekonferenz bekannt: „Wir haben nächste Woche einen neuen Ausbildungslehrgang, auch die jungen Leute werden sich typisieren lassen.“ Eindringlich wurde die Bitte des Organisationsteams an alle gerichtet: „Jeder sollte mitmachen, um Stephan Wagner zu helfen und mit wenig Aufwand etwas Gutes tun.

cc

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