Großes Kräftemessen der tonnenschweren Maschinen in Kirchboitzen

Der stärkste Traktor gewinnt

Sieht einfach aus, ist es aber nicht: Die Teilnehmer mussten einen Bremswagen mit Gewicht ziehen. Je weiter die Fahrt, desto mehr schiebt sich ein Gewicht auf die Deichsel. - Fotos: Templin

Kirchboitzen - Brummende Motoren, qualmende Schornsteine, durchdrehende Reifen: Die Dorfjugend aus Kirchboitzen hatte zum „Trecker-Treck“ eingeladen. Teilnehmer aus dem Heidekreis, Nienburg, Verden, Rotenburg und Hannover meldeten sich. Das Kräftemessen der tonnenschweren Maschinen bot jede Menge Action.

Thorsten Rieker, der die Veranstaltung vor acht Jahren ins Leben gerufen hat, übernimmt die Moderation für die rund 200 Besucher. „Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz der Teilnehmer und der Besucher“, sagt Rieker. Er und Organisator Wilfried Müller haben ihre Posten in diesem Jahr an die Dorfjugend abgegeben. „Es klappt alles sehr gut.“ Von einem zur Bühne umfunktionierten Anhänger haben Rieker und das Orga-Team das Geschehen auf der Strecke und im Zuschauerraum voll im Blick.

Viele Besucher haben ihre eignen Stühle mitgebracht und sitzen gemütlich mit einem Eis in der Sonne an der Strecke. Zu sehen bekommen sie bis zu fünf Tonnen schwere Traktoren, die einen Bremswagen hinter sich herziehen. Hört sich einfach an, ist es aber nicht: Während der Fahrt schiebt sich ein Gewicht immer weiter nach vorne auf die Deichsel.

Früh übt sich: Jannik Riekers sitzt auf dem MF 35 seines Vaters. Seinen Fanclub hat der Nachwuchsfahrer immer mit dabei.

Viele Traktoren schaffen die 100 Meter lange Strecke nicht, bleiben bei 40 oder 50 Metern stehen. Dann ist der Bahndienst gefragt: Zwei Schlepper rollen an, ebnen die Bahn und bringen den Bremswagen für den nächsten Teilnehmer wieder in Position. Nur die stärksten Traktoren erreichen das Ziel und einen „Full Pull“ über 100 Meter.

Für die Zuschauer ein Fest. Es wird gejubelt und angefeuert. Einige Teilnehmer versuchen alles, um die 100 Meter zu schaffen. Stützräder hinten und Gewichte vorne an den Traktoren sollen verhindern, dass die Maschine nach hinten kippt. „Die Profis probieren einiges aus“, weiß Rieker. Eine besondere Attraktion sind die Oldtimer, die zuhause gehegt und gepflegt werden. In Kirchboitzen kommen sie wieder zum Einsatz.

Henriko Spilker aus Hünzingen fährt einen Deutz D5005 aus dem Jahr 1965. Mit dem 45 PS starken Trecker hofft er auf einen Platz auf dem Treppchen. Unterstützung bekommt er von seiner Freundin Jana Ludewig aus Ahlden. Die Leidenschaft für Schlepper liegt bei Spilker in der Familie. Der Opa ist Landwirt und hat eine große Treckersammlung. „Ich bin jetzt das dritte Mal dabei und es macht jedes Jahr mehr Spaß.“

Mit 80 gemeldeten Teilnehmern gehört der „Trecker-Treck“ in Kirchboitzen zu den kleineren Veranstaltungen dieser Art im Heidekreis und Umgebung. Die Organisatoren müssen sich aber nicht verstecken. Die Stimmung ist super. Feuerwehr und Schützenverein versorgen die Gäste mit Getränken und Bratwurst.

Trecker Treck in Kirchboitzen

Am Ende heißen die Gewinner: Klasse I bis 1,8 Tonnen: Günter Froharth aus Soltau; Klasse II 1,8 bis 2,5 Tonnen: Leo Rüpke aus Südkampen; Klasse III 2,5 bis 3,5 Tonnen: Jan-Peter Twiefel aus Visselhövede; Klasse IV 3,5 bis 5 Tonnen: Nils Scharninghausen aus Kirchboitzen; Klasse V über 5 Tonnen: Sascha Hibbing aus Kirchboitzen. - at

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