Sommerabend des Kirchenkreises Walsrode zum Thema „Reformation und Bild“

Was darf die Kunst und wo sind ihre Grenzen?

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Bettina von Dziembowski, Johannes Klapper und Wilhelm Mestwerdt fragten sich „Was darf Kunst?“

Walsrode - Der „Sommerabend“ des evangelischen Kirchenkreises Walsrode im Gemeindesaal stand unter dem Motto „Reformation und Bild“. Und dabei ging es nicht nur um die Grenzen von Kunst in Bezug auf Religion. In drei Runden diskutierten jeweils zwei bekannte Persönlichkeiten zu den Themen „Was darf die Kunst?“, „Leben auf dem Lande“ und „Wie stellen wir uns Gott vor?“.

Aufgekommen sei die Thematik nach dem Vorfall um „Charlie Hebdo“ in Paris, erklärten Superintendent Ottomar Fricke und der Vorsitzende des Kirchenkreistages Dr. Rolf Dehning.

Ja zu Gottesbezug

in der Verfassung

Unter der Moderation von Johannes Klapper loteten Bettina von Dziembowski, künstlerische Leiterin des Springhornhofes, und Wilhelm Mestwerdt, Präsident des Landesarbeitsgerichts, die Grenzen der Kunst aus. Gesetze und Verfassung setzten der Kunst und auch der politischen Satire eigentlich keine Grenzen, so Mestwerdt. Grenzen seien aber da zu sehen, wo es um ganz persönliche Verunglimpfungen gehe. Bettina von Dziembowski billigte der Kunst grundsätzlich jede Art von Provokation zu, konnte aber den von Mestwerdt genannten Grenzen zustimmen.

Walsrodes Bürgermeisterin Helma Spöring moderierte ein Gespräch zwischen Pastorin Ricarda Rabe, Kirchliche Dienste auf dem Lande, und der Schwarmstedter CDU-Landtagsabgeordneten Gudrun Pieper. Es ging um das Image des Landlebens und wie das Leben dort attraktiv zu gestalten ist. Kirche habe genauso eine Verantwortung wie andere Protagonisten, Ideen zu entwickeln, wie man zum Beispiel junge Menschen und Familien auf dem Land binden kann, so Rabe. Gleiche Erfahrungen hatten beide Diskutantinnen mit Menschen aus den Städten gemacht, die zum Teil völlig falsche Vorstellung von Landwirtschaft hätten. Hier müsse Landwirtschaft Aufklärungsarbeit leisten, so die Pastorin, die eine Verfechterin vom Leben auf dem Land ist. Einig war sie sich mit Pieper auch darin, dass die ländliche Infrastruktur der der Städte angepasst werden müsse und dass die Landwirtschaft grundsätzlich sauber arbeite und zur Bewahrung der Schöpfung beitrage.

Kontrovers wurde es noch einmal, als der Grünen-Bundestagsabgeordnete Sven- Christian Kindler und der Pressesprecher der evangelischen Landeskirche, Dr. Johannes Neukirch, sich dem Thema „Wie stellen wir uns Gott vor und was soll der Gottesbezug in der Verfassung?“ stellten. Inzwischen gibt es einige Verfassungen in den Bundesländern, in denen der Gottesbezug in der Präambel abgeschafft wurde. Kindler meinte, dass man den Gottesbezug heute anders, übergeordnet, quasi Gott als höhere Instanz für Menschlichkeit und Toleranz sehen müsse. Dr. Neukirch sah dies etwas differenzierter. Einig waren sich beide aber, dass der Gottesbezug in der Verfassung bleiben könne.

Der Superintendent und der Vorstand des Kirchenkreistages Dr. Dehning luden zu anschließenden Gesprächen ein. Begleitet wurde der Abend musikalisch von „Strings on Wings“ und vom Schnellzeichner Juri Didenko, der Portraits aller Gäste anfertigte. Das Catering hatten die evangelische Jugend und das Cateringteam der Oberschule übernommen.

hf

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