Gutachterausschuss für Grundstückswerte legt Bericht vor

Soltau ist das teuerste Pflaster im Heidekreis

Eine Grafik zeigt die Preissteigerungen bei Ein- und Zweifamilienhäusern in den Städten und Gemeinden des Heidekreises,  Rot zeigt die höchsten an, gelb die niedrigsten.
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Preissteigerungen bei Ein- und Zweifamilienhäusern. Die mittleren Werte für vergleichbare Objekte für den Heidekreis zum Vergleich. Grafik: Gutachterausschuss

Heidekreis – Der Preis, zu dem Häuser und Wohnungen im Heidekreis in den zurückliegenden Jahren ihre Besitzer gewechselt haben ist nach und nach um gut 70 Prozent gestiegen. Dieser Trend setzte sich auch im vergangenen Jahr fort. Das ist das Ergebnis, zu dem der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in seinem Grundstücksmarktbericht für das Jahr 2020 kommt, nachdem er knapp 1000 Kaufverträge ausgewertet hat.

  • In Rethem und Munster werden die niedrigsten Preise verlangt.
  • Grundstücksmarktbericht wertet knapp 1000 Kaufverträge aus.
  • Überall deutliche Preissteigerungen.

Zur Veröffentlichung berichtete der Ausschussvorsitzende Gerd Ruzyzka-Schwob über die Entwicklung.

Der Heidekreis liegt nicht wie die Nachbarn in Verden im Speckgürtel einer Großstadt. Dennoch seien auch im mittleren Niedersachsen steigende Preise bei Häusern, Wohnungen und Mieten zu beobachten. Im Landkreis Heidekreis habe der Geldumsatz auf dem Immobilienmarkt mit insgesamt 425 Millionen Euro im vergangenenJahr den höchsten Stand aller Zeiten erreicht. Gegenüber dem Vorjahr wächst der Umsatz damit um rund 19 Prozent. Die Zahl der Verkäufe ist mit 1 980 gegenüber dem Vorjahr etwas rückläufig. Der deutliche Zuwachs des Geldumsatzes ist auf einen Anstieg bei den bebauten Grundstücken und den Eigentumswohnungen zurückzuführen. 326 Millionen Euro seien dafür umgesetzt worden, eine Steigerung um 25 Prozent. Auch Einfamilienhäuser und Reihenhäuser weisen einen Zuwachs von 10 und 3,5 Prozent auf.

Vom Gesamtumsatz der bebauten Grundstücke entfallen 137,1 Millionen Euro auf freistehende Einfamilienhäuser. Dies sei eine Steigerung des Geldumsatzes um 10 Prozent. Der mittlere Preis für ein freistehendes Haus habe 2020 im Heidekreis 210 000 Euro betragen. Im Jahr zuvor mussten die Käufer für ein vergleichbares Objekt noch 190 000 Euro bezahlen. Das entspreche immerhin einer Preissteigerung von 10,5 Prozent. Im niedersachsenweiten Vergleich liegt der Landkreis Heidekreis damit an dreißigster Stelle von 46 Landkreisen und Städten. In den Nachbarlandkreisen Harburg, Lüneburg und der Region Hannover liegen die mittleren Preise mit 388 000 bis 340 000 erheblich höher.

In Rethem und Munster die niedrigsten Preise

Innerhalb des Kreisgebietes sind die Preise in Soltau mit 288 000 Euro am höchsten. Ein vergleichbares durchschnittliches Haus des Baujahres 1985 mit 145 Quadratmetern Wohnfläche und 800 Quadratmetern Grundstück in typischer Lage verschafft Walsrode mit einem Preis von 283 000 Euro den zweiten Platz. Danach folgen Schwarmstedt und Schneverdingen mit 270 000 Euro. In Bispingen, Bad Fallingbostel, Neuenkirchen, Hodenhagen und Wietzendorf liegen die mittleren Werte zwischen 235 000 und 260 000 Euro. Verhältnismäßig preiswert sind Einfamilienhäuser noch in Rethem und Munster mit 215 000 bis 225 000 Euro.

Regional liegen die Preissteigerungen zwischen fünf Prozent in Soltau und achtzehn Prozent in Neuenkirchen und Schwarmstedt. Tendenziell sind die Preise in den bisher preiswerten ländlichen Regionen etwas stärker gestiegen als in Bereichen, die bereits teuer sind.

Direkt auf konkrete Objekte könnte man diese Angaben aber nicht. Der Kaufpreis eines Objekts hängen immer auch von der Lage, dem Baujahr und der Größe von Wohnfläche und Grundstück ab, aber auch von der jeweiligen Ausstattung und dem Zustand. Diese Einflüsse hat der Gutachterausschuss herangezogen, um den überschlägig berechneten Wert für Vergleiche aufzubereiten. Im Internet kann man auf dieser Grundlage mit einem Immobilienpreiskalkulator für eine Gebühr von 20 Euro den Preis für ein konkretes Objekt ermitteln.

Reihenhaus günstiger als alleinstehendes

Bei Reihenhäusern und Doppelhaushälften erzielten die Verkäufer mit 20,5 Millionen Euro einen etwas höherer Umsatz als im Vorjahr, obwohl die Anzahl der Kaufverträge zurückging. Der mittlere Preis stieg nur um rund drei Prozent. „Im Heidekreis sind Reihenhäuser und Doppelhaushälften erheblich günstiger als freistehende Häuser“, stellte der Vorsitzende fest.

Bei Eigentumswohnungen bewegten sich Umsatz und Kauffälle auf dem Niveau der vergangenen Jahre. Überwiegend seien kleine Wohnungen verkauft worden. Je nach Alter hätten die älteren Wohnungen die niedrigeren Preise erzielt. „Insgesamt haben die Preise von Eigentumswohnungen um 4,7 Prozent angezogen.“

Neben den Umsätzen von Einfamilienhäusern und Wohnungen analysiert der Grundstücksmarktbericht auch die aktuellsten Entwicklungen von Mehrfamilienhäusern, Wohn- und Geschäftshäusern, Resthofstellen und weiteren Gebäudearten. Einen großen Preissprung habe es bei Bauernhäusern und Resthofstellen gegeben, von 193 000 Euro auf 275 000 Euro. Diese Nachfrage, so Ruzyzka-Schwob, habe ihre Ursache in der Corona-Pandemie, in der das Wohnen im ländlichen Umfeld stark nachgefragt werde.

Mieten steigen um sechs Prozent

Im Grundstücksmarktbericht enthalten sind auch Miet- und Pachtpreisübersichten für Wohnungen, Laden- und Büromieten bis zu landwirtschaftlichen Flächen. Die marktüblichen Wohnungsmieten liegen im Heidekreis bei einem Quadratmeter zwischen 4,80 Euro für Altbauten im ländlichen Bereich und 8 Euro für Neubauten in guter Lage. Diese Werte beziehen sich jeweils auf Wohnungen üblicher Größe von 80 Quadratmetern. Gegenüber dem Vorjahr seien die marktüblichen Vergleichsmieten um etwa sechs Prozent gestiegen.  kle

Der Grundstücksmarktbericht 2021 erscheint dieses Jahr erstmals nur noch im Internet und ist kostenfrei.Zu finden ist er ab sofort unter www.gag.niedersachsen.de.

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