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Maifeier der IG BCE: „Skandal, den sich Wipak in Bomlitz leistet“

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Von: Klaus Müller

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Ein Mann am Rednerpult.
Francesco Grioli am Rednerpult. © Müller

Es war eine engagierte Rede von Francesco Grioli aus dem Hauptvorstand der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE), die im Mittelpunkt der Maifeier auf dem Sportplatz in Benefeld stand. Wichtigstes Thema waren die schwierigen Verhandlungen mit dem finnischen Unternehmen Wipak.

Benefeld –„Es ist einfach ein Skandal, wie sich die Firmenleitung mit den 500 Arbeitskräften in Bomlitz verhält. Es kann nicht sein, dass das Unternehmen droht, keine Investitionen in Bomlitz durchführen zu wollen, wenn die Beschäftigten nicht auf mindestens 20 Prozent ihres Lohnes verzichten.“ Man sehe die Zukunft von Wipak am Standort gefährdet und werde als Gewerkschaft alles tun, um den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur Seite zu stehen.

Reinhard Wendt von der Ortsgruppe „Hohe Heide“ und Bürgermeisterin Helma Spöring sagten den Arbeitnehmern während der Veranstaltung ihre Unterstützung zu. Spöring will sich in naher Zukunft mit dem Firmenchef treffen und vor allem zum Thema Energiepreise ein intensives Gespräch mit der Wipak führen. „Wir als Stadt wollen alles dazu beitragen, um den Standort zu erhalten.“

Mehr als 300 Gewerkschaftsmitglieder waren dabei

Mehr als 300 Gewerkschaftsmitglieder hatten den Weg nach Benefeld gefunden. Viele kamen mit Fahnen und Pfeifen und unterstützen die gewerkschaftlichen Forderungen.

Francesco Grioli ging darüber hinaus auf den Krieg in der Ukraine ein und verurteilte die russische Aggression. „Wir sind auf der Seite unserer ukrainischen Kollegen. Daher stellen wir uns als Gewerkschaft hinter den Beschluss der SPD, auch schwere Waffen an das Land zu liefern.“ Der Einsatz von deutschen Panzern sei unbedingt erforderlich geworden, weil es keinerlei Regung aus Moskau gebe und wehrlose Menschen in diesem Land tagtäglich ums Leben kämen. „Für uns ist der Einsatz dieser Waffen eine schwere, aber aktuell nachzuvollziehende Entscheidung der Bundesregierung. Die wahrscheinlich auch Probleme bei künftigen Gaslieferungen mit sich bringen werde, weil ein Teil aus Russland bezogen werde. „Wir müssen schnell zu alternativen Lösungen kommen.“

Gewerkschaft möchte mehr beteiligt werden

Die Gewerkschaft habe im vergangenen Jahr viel erreicht, so Grioli. Sie habe in den Zeiten der Pandemie Ausbildungsplätze für junge Menschen sichern können, obwohl viele Arbeitgeber Schwierigkeiten gemacht hätten. Der Redner kritisierte die teilweise zurückhaltende Einstellungspolitik in den vergangenen zwei Jahren.

Der Mindestlohn werde nun endlich erhöht – hier habe man eine Teillösung erreicht. Andere Forderungen der Gewerkschaft habe man wegen der schwierigen Zeit zurückgehalten. „Wir sind bereit, mit allen zusammenzuarbeiten, nur wir möchten an laufenden Prozessen mehr beteiligt werden.“ Dazu gehöre der digitale Bereich, der auch von den Gewerkschaften immer mehr ausgebaut werde. Grioli rief zur Solidarität aller Mitglieder auf und lobte in diesem Zusammenhang die vielfältigen Aktivitäten der Walsroder Ortsgruppe Hohe Heide mit ihrem Vorsitzenden Timmy Wendt an der Spitze.

SPD-Bundestagsabgeordneter Lars Klingbeil, der kurz vor dem Ende der Veranstaltung eintraf, übermittelte Grüße an die Gewerkschafter. Er stehe unabdingbar an ihrer Seite.  

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