So schlecht wie lange nicht mehr

Schwere Einbußen bei der Kartoffelernte erwartet

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Timo Rüdel auf dem Ackerwagen. Die geerntete Heidekartoffel ist durch die Trockenheit teurer geworden.

Walsrode - Auf Gut Grasbeck werden seit mehr als 200 Jahren Kartoffeln geerntet. Joachim Rüdel baut dort unter anderem Sorten wie Cilena, Belana, Leyla, Alexandra und Gala an. „Solch ein trockenes Jahr habe ich allerdings noch nie erlebt“, sagt der Landwirt, als er von seinem Traktor steigt, mit dem er die Erdfrucht gerade einfährt.

Sohn Timo hilft ihm bei der Arbeit. Es staubt gewaltig, es ist knochentrocken und auch das letzte Kartöffelchen, das auf dem Acker liegt, wird noch mitgenommen. „Ich kann es nicht haben, wenn wir eine Kartoffel vergessen“, sagt Timo Rüdel.

Rüdel hat seine Felder bewässert und dazu Wasser aus einem eigenen Teich entnommen. „Dadurch haben wir für dieses Jahr eine überdurchschnittliche Ernte erzielt“, sagt er. Aber auch bei ihm seien die Kartoffeln durch die große Trockenheit nicht ganz so groß. „Sie schmecken aber lecker.“ Rüdel baut Speise- und Stärkekartoffeln an, hat jede Menge Nachfragen, verkauft zum Beispiel an Discounter, aber auch immer noch ab Hof. „Das lohnt sich jedoch nicht mehr so, denn es kommen immer weniger Menschen zum Gut Grasbeck“, erzählt Rüdel.

Der Geschäftsführer des Landvolk-Kreisverbandes Lüneburger Heide, Klaus Grünhagen, berichtet, dass viele Kartoffelanbauer mit schweren Einbußen rechnen müssen. „Mindestens 10 bis 15 Prozent“, schätzt der Landwirtschaftsexperte. Dort, wo nicht beregnet werde, seien die Kartoffeln so klein, dass sie fast verkümmerten.

8,5 bis 10 Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet

Grünhagen wartet mit Zahlen auf. Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass in diesem Jahr eine Ernte von 8,5 bis 10 Millionen Tonnen Kartoffeln erwartet werde. Im Jahr zuvor Jahr seien es noch zwölf Millionen Tonnen gewesen.

Grünhagen spricht von einer „kleinen bis sehr kleinen Ernte“. Im südhannoverschen Raum gebe es mehr Probleme. Dort, wo der sandige Boden auf fruchtbareren stößt, könnten die Kartoffeln zurzeit noch nicht einmal geerntet werden.

Rüdel hat wegen der geringeren Menge bereits einen Anstieg der Kartoffelpreise in Bereich Walsrode festgestellt. Allerdings sei die Ernte in der Heideregion noch nicht komplett eingebrochen, erzählt der Landwirt.

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