Generalversammlung der Genossenschaft in Hünzingen

Schlachthofpleite belastet das Ergebnis der Viehvermarktung

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Die neugewählten und bestätigten Mitglieder des Aufsichtsrates und des Vorstandes mit dem Geschäftsführer Wilhelm Behrens (r.) und dem Vorstandsvorsitzenden Martin Lüking (l.).

Walsrode - Zum normalen Absatzdruck für die Tierhalter im Fleischmarkt kam 2016 noch die Insolvenz des Schlachthofes Vogler mit erheblichen Forderungsausfällen für die Viehvermarktung Walsrode-Visselhövede hinzu. Durch den immensen Einsatz der Mitarbeiter schaffte es die Genossenschaft trotzdem, einen Jahresüberschuss von rund 60 000 Euro zu erwirtschaften, so Geschäftsführer Wilhelm Behrens auf der Generalversammlung der Vermarktungsgenossenschaft.

Die Pleite des Hauptabnehmers von Schlachtschweinen und -rindern habe sich effektiv mit 220 .000 Euro auf die Bilanz ausgewirkt, so Behrens. Dies sei die Summe der Selbstbehalte der Warenkreditversicherungen. Ohne diese Risikovorsorge vonseiten der Viehvermarktung wäre der Forderungsausfall um ein Vielfaches höher gewesen. Allerdings habe die Planinsolvenz zu einer angespannten Liquidität der Genossenschaft geführt, da die Versicherungen erst nach dem endgültigen Insolvenzfall zahlten, so Behrens weiter.

Es seien aber sämtliche Schweine der liefernden Genossenschaftsmitglieder bezahlt worden. Durch die nun höheren Kosten wegen der längeren Lieferwege zu den Großschlachthöfen in Westdeutschland sei das Ergebnis ebenfalls belastet worden.

Umsätze wachsen um elf Prozent

Noch im Vorjahr hatte die Viehvermarktung einen Gewinn von 236. 000 Euro erwirtschaftet. Problematisch seien in diesem Jahr laut Behrens auch die fallenden Schweine- und Ferkelpreise im Herbst gewesen, wobei gleichzeitig die Exporte nach China um 50 Prozent eingebrochen seien. Unter diesen Voraussetzungen zeigte sich Behrens zufrieden mit dem positiven Ergebnis bei wachsenden Umsätzen um elf auf 111 Millionen Euro. Fast eine Million Tiere seien geschlachtet worden. Das wirtschaftliche Eigenkapital von 4,5 Millionen Euro stelle eine sichere Basis für die Zukunft dar.

Im Ausblick bezeichnete der Vorstandsvorsitzende Martin Lüking die kurzfristige Stornierung von Lieferungen seitens der Großschlachthöfe als sehr problematisch. Die weitere Konsolidierung bei den Schlachthöfen mit drei großen Abnehmern mache die Verhandlungsposition nicht leichter.

Nach der einstimmigen Entlastung des Vorstandes und des Aufsichtsrates leitete der Aufsichtsratsvorsitzende Volker Carstens die Wahlen. Sina Severloh wechselt vom Aufsichtsrat in den Vorstand und Friedhelm Stöckmann wurde einstimmig, als Vorstandsmitglied gewählt. Die Versammlung bestätigte Hinrich Mente und Lars Nieber im Aufsichtsrat, Dirk Zeyn kam neu hinzu. Stefan Volbers schied aus persönlichen Gründen aus dem Gremium aus. Außerdem verabschiedeten die Mitglieder den abwesenden Hans-Heinrich Detjen als langjährigen Abteilungsleiter Großvieh mit großem Applaus. Er war seit 1975 für die Viehvermarktung tätig.

Errichtung der LKW-Waschhalle

Das nächste große Vorhaben der Genossenschaft ist die Errichtung der LKW-Waschhalle, für die die Baugenehmigung in Kürze erwartet wird. Des Weiteren ging es um die Bedrohung durch die afrikanische Schweinepest, die durch Wildschweine übertragen werden kann.

Im Anschluss an den offiziellen Teil der Versammlung informierte Vinzenz Bauer von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen über die Marktstruktur beim Fleisch aus lokaler und weltweiter Sicht. Er halte die Konsolidierung der Fleischpreise auf hohem Niveau noch nicht für abgeschlossen und erwarte Konkurrenz durch weitere Anbieter im EU-Binnenmarkt, zum Beispiel Spanien. Dort seien weniger Auflagen für das Tierwohl von den Produzenten zu erfüllen.

lee

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