Neuer Bereich im Weltvogelpark Walsrode

Sandarium für Wildbienen

Drei Personen vor Informationstafeln und einem Sandhaufen.
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Leonie Jordan (Leitung Regionalgeschäftsstelle Weser-Mitte), Javier Gimeno (Geschäftsführer Weltvogelpark Walsrode) und Regenwald-Hilfe e.V. - Jan Christian Pflugstedt (1. Vorsitzender und Gründer).

Walsrode – Mit über 4 000 Vögeln aus 650 Arten und von allen Kontinenten ist der Weltvogelpark in Walsrode ein Ort, an dem immer wieder biologische Zusammenhänge erklärt und auf gefährdete Tierarten aufmerksam gemacht wird. Vergangenes Jahr wurde hier das Bienenhaus eröffnet. Nun erweitert der Weltvogelpark Walsrode seinen Bienenbereich in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund Niedersachsen und der Regenwald-Hilfe um ein Sandarium für Wildbienen.

Hierbei handelt es sich um ein Sandbett, das sich für die Tiere wunderbar als Lebensraum eignet. Drei Viertel aller in Deutschland lebenden Wildbienenarten sind Erdnister – das sind etwa 340 Arten.

Sandbett im Weltvogelpark angelegt

Am Mittwoch wurde ein solches Sandbett im Rahmen eines Aktionstages im Weltvogelpark Walsrode angelegt. Das Sandarium entsteht in Verbindung mit dem Nabu und der Regenwald-Hilfe, einem Verein in Walsrode, dem auch einige Mitarbeiter des Weltvogelparks angehören. Mitarbeitern beider Organisationen bauten das Beet während der Öffnungszeiten auf, bepflanzten und gestalteten es. „Die Zusammenarbeit mit dem Nabu und der Regenwald-Hilfe ist eine Chance für alle Seiten, den Artenschutz und Arterhalt heimischer Wildbienen weiter voranzutreiben. Wie wichtig dies ist, möchten wir den Besuchern näherbringen“, erklärt Janina Ehrhardt, Pressesprecherin des Weltvogelparks.

Nistplatz für Wildbienen

Dieses erste Sandarium ist als Testlauf gedacht. Wenn es als Nistplatz angenommen wird und sich die Wildbienen hier ansiedeln, wird das Sandarium im nächsten Jahr durch den Nabu als größeres Projekt realisiert und vergrößert, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Totholz wird auf den Sand gelegt

Für das Sandarium wird zuerst die Grasnarbe entfernt und mit geeignetem Sand wieder aufgefüllt. Dieser Sand soll verschiedenen Wildbienenarten ein Zuhause bieten. Auf den Sand wird Totholz, wie zum Beispiel Äste, Wurzeln und Brennholz, aufgebracht. Die Wildbienen nagen dieses Holz an und benutzen es als Baustoff, um ihre Bruthöhlen zu verschließen. Um das Sandarium herum werden verschiedene heimische Stauden platziert.

Anregung für den heimischen Garten

Es wird Infotafeln über die heimischen Wildbienen und ihre Lebensweisen geben. „Wir möchten den Besuchern aufzeigen, wie wichtig naturnahe Gartenlandschaften für die heimischen Insekten sind, und dazu anregen, den eigenen Garten dementsprechend zu gestalten. Ein Sandarium kann auch im heimischen Garten gebaut werden. In der heutigen Zeit verschwinden diese Flächen leider immer mehr. Gleichzeitig ist ein schön gestaltetes Sandbeet mit summenden Bienen ein optisches Highlight für jeden Garten“, schwärmt Janina Ehrhardt.

Möglichst sonniger Platz

Beim Bau eines Sandariums sollte die Lage beachtet werden. Als Standort eignet sich ein möglichst sonniger Platz. Das Beet sollte mindestens 40 Zentimeter breit und ebenso lang sein. Nach oben hin kann es gern größer sein. Für den Sand sollte eine etwa 40 Zentimeter tiefe Grube ausgehoben werden. Dies ist wichtig, damit die Wildbienen später Platz für ihre Niströhren haben. Spielplatzsand ist nicht geeignet. Am besten ist ungewaschener grober Sand mit unterschiedlicher Körnung. Dieser muss zu einem Hügel aufgeschüttet werden. So kann Regenwasser ablaufen, und das Sandarium trocknet schnell wieder. Der Sand sollte festgedrückt und verdichtet werden.

Nach dem Bau des Sandariums sollte auf und um das Sandbeet Totholz verteilt werden, da die Bienen es für den Bau ihrer Röhren verwenden. Für die Abschreckung von Katzen eignet sich zum Beispiel Rosenschnitt. Wichtig ist die Bepflanzung in der Nähe des Sandariums. Bestens geeignet sind Pflanzen, die Trockenheit und Hitze vertragen. Rosmarin, Oregano, Salbei, Lavendel oder auch Johanniskraut bieten Nahrung für die Wildbienen. Diese sollten am Rand gepflanzt werden.

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