Weltanästhesietag 

Heidekreis-Klinikum: Schulsanitäter üben mit Fachleuten den Ernstfall

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Jörg Suckert, Fachkrankenpfleger in der Anästhesie, spielt die Fälle besorgniserregend realistisch nach. 

Walsrode - „Hallo! Hilfe, mein Opa bekommt keine Luft mehr. Wer kann mir denn mal helfen?“ Im Gesundheitszentrum Walsrode ging es hoch her. Ein Mann lag mit hochrotem Kopf auf dem Boden und griff sich an die Brust. Doch wirkliche Gefahr drohte ihm nicht. Er mimte einen Herzinfarkt, um die Schüler, die an der Aktion anlässlich des Weltanästhesietages unter dem Motto „Jeder kann ein Leben retten“ teilnahmen, aus der Reserve zu locken.

Über 40 Schulsanitäter der Grundschule Süd, der Felix-Nussbaum-Schule und des Gymnasiums Walsrode nutzten die Möglichkeit, den Mitarbeitern der Anästhesie aus dem Heidekreis-Klinikum Fragen zu stellen und Erste-Hilfe-Maßnahmen zu erlernen und aufzufrischen. 

So können Durchblutungsstörungen beispielsweise durch Druck auf den Fingernagel sichtbar werden: Normalerweise färbt sich das Nagelbett kurz weiß und wird rasch wieder rosa. Bleibt das Nagelbett länger weiß, könnte das ein Zeichen für verminderte Durchblutung und einem möglichen Schockzustand sein. Für die jugendlichen Teilnehmer waren auch Apps interessant, die den nächstgelegenen Standort eines Defibrillators anzeigen.

Verständliche Erklärungen, angepasst an die jeweilige Gruppe, waren den Anästhesisten besonders wichtig. Warum ist es beispielsweise so wichtig, eine Herzdruckmassage nicht länger als zehn Sekunden zu unterbrechen? Die Profis erklärten es so: „Den Blutstrom im Körper können wir uns wie einen Güterzug vorstellen. Der letzte Waggon setzt sich später in Bewegung als der erste. Stoppt der Strom, beginnt dieser Prozess wieder von Neuem.“

„Um unter Stress richtig zu handeln, hilft es, sich den Slogan ,Herzstillstand? Prüfen, Rufen, Drücken’ zu merken. Beim Drücken sollte die Frequenz bei 100 bis 120 Stößen pro Minute liegen. Um sich den Takt besser zu merken, kann es hilfreich sein, ,Stayin’ Alive’, ,Highway to Hell’ oder ,Atemlos durch die Nacht’ zu summen, schreibt das Klinikum in seiner Mitteilung. „Auch wenn die Titel ein wenig ironisch klingen, Hauptsache ist, dass es hilft.“

Die Anästhesisten waren besonders von den Grundschülern begeistert: „Die Dritt- und Viertklässler kannten sich schon sehr gut aus und es zeigt, wie wichtig Angebote für Kinder sind. So schrecken sie viel weniger vor Notfallsituationen zurück“, erklärte Felix Camphausen, Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin.

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