Reinhard Grindel lädt zu Diskussion über Sterbehilfe und -begleitung in die Stadthalle Walsrode ein / Zahlreiche Gäste

Erklärtes Ziel: Schutz der Würde am Ende des Lebens

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Diskutierten über Sterbebegleitung: Michael Brand, Reinhard Grindel, Susanne Briese, Dr. Sirus Adari, Mechthild Ross-Luttmann und Gerd Engel (v.l.).

Walsrode - Zu einer Diskussion zum Thema Sterbehilfe/Sterbebegleitung hatte der CDU-Bundestagsabgeordnete Reinhard Grindel in die Walsroder Stadthalle eingeladen. CDU-Kreisvorsitzender Gerd Engel begrüßte zahlreiche Gäste und die Diskutanten im Brüggemann-Saal. Als profunder Kenner der Materie Sterbebegleitung und der Diskussion darüber im Deutschen Bundestag begrüßte Grindel seinen Fraktionskollegen Michael Brand aus Fulda.

Zu Beginn der Veranstaltung gab der Walsroder Dr. Sirus Adari einen Überblick über das Palliativnetzwerk Heidekreis und die Möglichkeiten der Medizin, Sterbenden beim würdevollen Leben am Ende ihres Weges zu helfen. Adari zitierte die Begründerin der Hospizbewegung, die Britin Cicely Saunders (1918 bis 2005): „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage, sondern dem Tag mehr Leben zu geben!“. Er ging auf die erfolgreiche ehrenamtliche Arbeit im Palliativnetzwerk ein. Sie seien auf einem guten Weg, den Schwerstkranken ein würdevolles Leben bis zum Sterben zu garantieren.

Brand betonte, dass Ärzte nicht dazu da sein sollten, vorsätzlich Leben zu nehmen. Gewerbsmäßige Sterbehilfe dürfe es in Deutschland auf keinen Fall geben. Das Geschäft mit dem Tod, so Brand, müsse unbedingt unterbunden werden. Auch die Mehrheit der Ärzte in Deutschland sei gegen aktive Sterbehilfe. „Den Missbrauch stoppen und die Hilfen zur Sterbebegleitung ausbauen, das ist das Gebot der Stunde“, sagte der Abgeordnete. Er hat in einem fraktionsübergreifenden Arbeitskreis im Bundestag einen wahrscheinlich mehrheitsfähigen Gesetzentwurf mit erarbeitet. Den ärztlich assistierten Suizid zulassen und den Ärzten Spielräume bei der Sterbebegleitung lassen – daran wolle man parteiübergreifend nichts ändern, räumte Brand unter anderem Bedenken des anwesenden Arztes Dr. Hans-Joachim Wangnick aus. Man wolle seitens der Politik „keine Tür aufstoßen“, wie zum Beispiel in den Niederlanden, denn, wer könne oder wolle schon festlegen, welche Krankheit lebenswert sei und welche nicht. Euthanasie komme für Deutschland nicht infrage, sagte Brand deutlich. Das war auch die Meinung des Publikums.

Die Rotenburger Superintendentin Susanne Briese unterstrich diese Einstellung und erklärte: „Christen sind Anwälte des Lebens und der Schwachen.“ Andere Menschen hätten kein Recht, über Leben und Tod zu bestimmen. Briese bezeichnete die Sterbebegleitung als einen Kern kirchlicher Arbeit. Es gelte die Wertschätzung des Lebens bis zum letzten Atemzug.

Die frühere Walsroder Bürgermeisterin Margret Hibbe, Kirchboitzen, sagte sogar, dass niemand das Recht habe, über sein Ende selbst zu bestimmen. Das Leben zu geben und zu nehmen sei Gottessache. Bei der Debatte im Bundestag für eine Gesetzgebung zur Sterbebegleitung gehe es ausschließlich darum, gewerbsmäßiges Töten auf Verlagen zu verbieten.

In Niedersachsen sei in Richtung Palliativ-Care in den vergangenen Jahren viel geschehen, erklärte die Rotenburger CDU-Landtagsabgeordnete Mechthild Ross-Luttmann. Und das lasse sich noch ausbauen.

hf

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