Auszeichnung für Versorgung von Schwerverletzten

Heidekreis-Klinikum: Als Regionales Traumazentrum zertifiziert

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Das Team des Traumazentrums mit Dr. Halil Yasar (4.v.r.), Pflegedirektorin Meike Heins (7.v.r.), Dusan Trifunovic (hinter Heins) und Geschäftsführer Dr. Achim Rogge (r.).

Heidekreis – Jedes Jahr werden in Deutschland rund 30 000 Menschen bei einem Unfall schwer verletzt, einige lebensbedrohlich. Bei der Behandlung zählen hier stets jede Minute und die bestmögliche Versorgung.

Im „TraumaNetzwerk“ Nordost-Niedersachsen haben sich neun Kliniken aus Niedersachsen zusammengeschlossen, damit Schwerstverletzte innerhalb von 30 Minuten in einem für sie bestmöglich geeigneten Krankenhaus medizinisch versorgt werden können. Ab sofort ist auch das Heidekreis-Klinikum als Versorger für Schwerverletzte von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) in dieses TraumaNetzwerk eingebunden. Die Auditierung erfolgte am 8. April durch das Unternehmen Cert-IQ, schreibt das Klinikum in einer Pressemitteilung.

Dusan Trifunovic, Oberarzt der Unfallchirurgie, erklärt: „Ein DGU-Traumanetzwerk besteht aus lokalen, regionalen und überregionalen Traumazentren. Eines der Hauptkriterien für den Status Regionales Traumanetzwerk ist, dass das Krankenhaus Patienten nach der Erstversorgung weiter behandeln kann. Mit der Zertifizierung zum Regionalen Traumazentrum unter der Leitung von Dr. Halil Yasar, Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie, haben wir bewiesen, dass wir alle Voraussetzungen haben, schwere und auch lebensgefährliche Verletzungen im Heidekreis effizient und erfolgreich zu behandeln“, so Trifunovic.

Wird durch den Rettungsdienst angekündigt, dass ein potenziell schwerverletzter Patient eingeliefert wird, wird innerhalb der Klinik eine Alarmierungskaskade ausgelöst: Binnen weniger Minuten finden sich Ärzte der Fachabteilungen Unfallchirurgie, Viszeralchirurgie und Anästhesie sowie der Radiologie und des Pflegepersonals im sogenannten „Schockraum“ ein. Außerdem wird die OP-Mannschaft in Bereitschaft versetzt, sobald ein Schockraum-Patient eingeliefert wird. Je nach Bedarf können weitere Ärzte hinzugezogen werden, wie zum Beispiel die Pädiater der Klinik. Dort erwarten sie gemeinsam den potenziell Schwerverletzten, der vom Notarzt übergeben wird. Gemeinsam wird der Patient von Unfallchirurgen, Viszeralchirurgen und Anästhesisten nach den geschulten ATLS-Kriterien (Advanced Trauma Life Support) untersucht, gleichzeitig läuft die Stabilisierung des Patienten an. Diese effektive Form der „innerklinischen Zusammenarbeit“ hat die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie dem Heidekreis-Klinikum mit einem „Sehr gut“ bescheinigt. Yasar: „Auch das hohe Engagement aller Mitarbeiter wird in dem Zertifikat explizit gewürdigt, dieses Lob hat uns besonders gefreut.“

Dr. Achim Rogge, Geschäftsführer des Heidekreis-Klinikums: „Selbstverständlich konnten wir auch bisher einen oder mehrere Verletzte qualitativ gut versorgen. Die Zusammenarbeit mit den anderen Kliniken in der Region Nordost-Niedersachsen ermöglicht es aber allen, die im TraumaNetzwerk sind, die Schwerverletztenversorgung auf ein qualitativ noch höheres Niveau zu stellen: Jeder Patient bekommt die für ihn bestmögliche Versorgung, so heimatnah wie möglich.“

Grundlage seien die im „Weißbuch Schwerverletztenversorgung“ festgehaltenen, flächendeckend gültigen und überprüfbaren Versorgung- und Qualitätsstandards. Rogge: „Die Umsetzung dieser Standards in den Kliniken wird von unabhängigen Zertifizierungsunternehmen übrigens sehr regelmäßig überprüft und bescheinigt.“

Seit Juli 2018 wurden etwa 160 „Schockraum“-Alarme aktiviert und nach den oben genannten Kriterien abgearbeitet. Pro Jahr werden zukünftig voraussichtlich etwa 150 bis 200 Schockraum-Patienten im Regionalen Traumazentrum im Heidekreis-Klinikum behandelt. „Mit unserem Team sind wir rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr, auf die sofortige Versorgung vorbereitet. Außerdem trainieren wir mehrmals jährlich Notfall-Situationen“, sagt Trifunovic. „Um die Qualität stetig weiter zu verbessern, ist das Teambuilding besonders wichtig. Wir tragen die Daten jeder Schockraum-Behandlung in das Traumaregister der DGU ein. So schaffen wir Transparenz über unsere Behandlungsmethoden und können sie mit denen anderer Häuser vergleichen – und letztendlich kann sich so die Behandlungsqualität innerhalb des gesamten Netzwerks kontinuierlich verbessern. Unsere IT-Struktur und Vernetzung wird stetig verbessert und zusammen mit den Rettungskräften streben wir nach den höchsten Versorgungsstandards im Heidekreis. Wir freuen uns auf das weitere gemeinsame Wachstum, das weitere Steigern unserer Gesamtqualität und Erweitern unserer Klinik in vielen Arbeitsbereichen und Fachbereichen.“

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