Psychisch kranker 54-Jähriger vor dem Landgericht Verden / „Werkzeug Gottes“

Bedrohung mit Suppenkelle

Mediengruppe Kreiszeitung
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Walsrode/Verden - Wegen versuchten Totschlags, gefährlicher Körperverletzung und sexueller Nötigung muss sich ein psychisch kranker 54-Jähriger aus Walsrode seit Ende Dezember vor dem Landgericht verantworten. Weil die Staatsanwaltschaft Verden von einer Schuldunfähigkeit des Mannes ausgeht, strebt sie keine Verurteilung zu einer Haftstrafe, sondern die Unterbringung des Beschuldigten in einem psychiatrischen Krankenhaus an. Dort befindet sich der Mann derzeit auch auf Grund eines vorläufig geltenden Beschlusses.

Das Würgen einer Krankenschwester im Heidekreis-Klinikum hat der Mann in seiner Einlassung am Landgericht Verden bestritten. Er habe lediglich versucht, der Frau ein Amulett vom Hals zu reißen. Zugegeben hat der 54-Jährige die Bedrohung einer anderen Krankenschwester mit einer Suppenkelle. „Das hat mir Gott befohlen“, sagte der Beschuldigte voller Überzeugung.

In das Heidekreis-Klinikum soll sich der Mann im Februar 2014 freiwillig begeben haben. Einige Wochen später kam es laut Antragsschrift zu den ihm vorgeworfenen Taten. Weil er nichts mehr zum Anziehen in seinem Zimmer gehabt habe, sei er in die Wäschekammer gegangen, erklärte der Mann am zweiten Verhandlungstag. „Alle Schwestern waren dort gerade versammelt und wie auf einen geheimen Befehl stürzten sie sich auf mich“, so der 54-Jährige. Plötzlich sei ihm der Gedanke gekommen, einer der Schwestern ein Amulett vom Hals zu reißen. Danach sei er fixiert worden.

Sechs Wochen später – er habe damals ein Fixierbett gesehen und Angst vor einer erneuten Fixierung bekommen – soll er eine Schwester mit einer Suppenkelle, der Mann nannte diese Schöpfer, angegriffen haben. „Das ist sinnfällig“, so der 54-Jährige. „Wenn man jemanden mit dem Schöpfer bedroht, dann bedroht man ihn mit Gott“, erklärte er den Richtern. „Gott hat mich als sein Werkzeug benutzt. Ich war des Schöpfers verlängerter Arm.“ Nur um der Frau Angst zu machen, habe er ihr damit gedroht, sie aufzuschlitzen. „Ich hatte ja gar kein Messer“, betonte der Mann.

Die Stimme des Teufels höre er jeden Tag, aber dessen Aufforderungen folge er nicht. Gesehen habe er ihn nicht. „Der ist unsichtbar“, erklärte er auf Nachfrage des Gerichts.

Nach dem Vorfall mit der Kette habe er zu Gott gefunden. Als Christ sei er nach dem achten Gebot verpflichtet, die Wahrheit zu sagen; erklärte der 54-Jährige. Das veranlasste den Vorsitzenden Richter Volker Stronczyk zu einem Hinweis: „Prozessual sind sie als Beschuldigter nicht dazu verpflichtet, die Wahrheit zu sagen“, erklärte Stronczyk. Diese Pflicht besteht vor Gericht nur für Zeugen.

wb

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