Prozess wegen Insolvenzverschleppung

Heer will einen Freispruch

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Mediengruppe Kreiszeitung

Walsrode/Verden - Gereizt war die Stimmung am gestrigen zweiten Verhandlungstag im Prozess gegen Wolfgang Heer. Wegen Insolvenzverschleppung und Gläubigerbegünstigung muss er sich derzeit vor dem Landgericht Verden verantworten. Zunächst gemeinsam mit seiner Geschäftsführerin, doch das Verfahren gegen die Walsroderin wurde gestern auf Antrag der Staatsanwaltschaft Verden eingestellt.

Einen kurzen Prozess mit Heer will die Staatsanwältin lediglich machen, wenn er zu allen Vorwürfen gesteht, doch dazu ist der Bordellbetreiber nicht bereit. Nicht einmal die geringe Geldstrafe, die laut der Staatsanwältin in diesem Fall zu erwarten wäre, änderte seine Meinung. „Wir wollen keine Einstellung. Wir wollen einen Freispruch“, so Heer, der den Grund, warum das Ganze beim Landgericht verhandelt wird und nicht beim Amtsgericht in seiner Person und nicht in dem Verfahren sieht.

Berechtigt wäre die Anklageerhebung am Landgericht Verden, wenn das Verfahren einen besonderen Umfang hat. Die eingeplanten vier Verhandlungstage für eine Urteilsfindung werden voraussichtlich nicht reichen, das zeichnete sich gestern bereits ab. Vorsorglich will das Gericht weitere Termine anberaumen und Zeugen laden.

Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass Heer faktischer Geschäftsführer und die nicht mehr angeklagte Frau lediglich formelle Geschäftsführerin war. Damit sei vor allem er für die angeklagten Taten verantwortlich.

Es geht bei den Vorwürfen um eine Sicherungsübereignung, die rückdatiert wurde, um einem insolventen Unternehmen Geld zu entziehen und einem solventen zukommen zu lassen. Konkret handelt es sich um 235000 Euro, die eine Versicherung nach dem Brand einer Diskothek in Garbsen im Juli 2007 gezahlt hatte. An beiden Unternehmen sollen die Angeklagten beteiligt gewesen sein.

Als erster Zeuge wurde gestern ein Mitarbeiter des Landeskriminalamtes gehört. Es ging um Inhalte der sichergestellten Unterlagen. Hier wurde die Schwierigkeit des Verfahrens deutlich. Mietzahlungen, Mietrückstände, Streitigkeiten um Mietforderungen vor Gericht, Bürgschaften, Bilanzen – das und vieles mehr wurde thematisiert.

Verwertbarkeit

von Unterlagen fraglich

Verteidiger Raban Funk widersprach der Verwertung von Unterlagen, die bei Hausdurchsuchungen im Rahmen von anderen Ermittlungen gegen Heer sichergestellt worden waren. Bei der Zuordnung hatte der LKA-Mitarbeiter Probleme und auch die Staatsanwältin konnte die Daten der Durchsuchungen nicht so schnell liefern.

Funk lehnte sich entspannt zurück und zitierte seinen Mandanten, den zwar das aktuelle Verfahren aufrege, Hausdurchsuchungen jedoch nicht: „Bei 100 Hausdurchsuchungen ist mein Puls genauso ruhig wie vorher“, hatte Heer bereits 2015 in einem Prozess gesagt.

wb

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