Prozess: Walsrodder hat Kinderpornografie auf dem Computer

6572 strafrechtlich relevante Bilddateien

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Mediengruppe Kreiszeitung

Verden/Walsrode - Wegen des Besitzes und der Weitergabe von kinderpornografischen Schriften muss sich ein 29 Jahre alter Angeklagter aus Walsrode in einem Berufungsverfahren am Landgericht Verden verantworten. Er soll im März 2012 fünf Videos und drei Bilddateien weitergegeben haben. Auf seinem Computer und Festplatten fanden die Ermittler später mehr als 6500 als kinderpornografisch eingestufte Bilddateien.

Das Amtsgericht Walsrode hatte den verheirateten Mann im Januar zu einer eineinhalbjährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Positiv wurde damals sein Geständnis gewertet, negativ fiel ins Gewicht, dass ihm nur drei Wochen vor der ersten Tat eine zweijährige Bewährungsstrafe wegen sexuellen Missbrauchs erlassen worden war.

Über die Weitergabe der Dateien von dem arbeitslosen Angeklagten an einen Chat-Partner im Internet sollen die Ermittler auf den kinderlosen Walsroder aufmerksam geworden sein.

Im Mai 2014 wurden mehrere Festplatten sichergestellt, auf denen sich knapp 30000 pornografische Dateien – größtenteils nicht strafrechtlich relevanten Inhalts – befunden haben sollen. Das zuständige Fachkommissariat stufte jedoch 6572 Bilddateien als kinderpornographisch ein. Außerdem knapp 800 jugendpornografische Bilddateien sowie rund 60 Videos kinder- und jugendpornografischen Inhalts. Bezüglich dieser Dateien wurde das Strafverfahren eingestellt.

Der Angeklagte hat seine Berufung auf das Strafmaß beschränkt und die Taten auch in zweiter Instanz eingeräumt. Doch nach wirklicher Einsicht klang das Geständnis des unbeholfen wirkenden Mannes nicht. „Es ist ein bisschen doof gelaufen“, erklärte er.

Im Internet habe er nach pornografischem Material gesucht, aber nicht speziell nach Kinder- oder Jugendpornos. „Da stehe ich nicht drauf“, betonte der 29-Jährige. Sie seien vielmehr Teil großer Datenpakete gewesen, die er angefordert habe. Er könne nicht einmal sagen, seit wann er die Dateien habe und was auf den Bildern zu sehen sei. „Ich habe mir gar nicht alle angeschaut“, so der Mann über seine Pornosammlung.

Diese unangenehme Aufgabe haben nun die Verfahrensbeteiligten vor sich, denn die tatrelevanten Bilder müssen in Augenschein genommen werden. Dafür müssen alle Fotos zunächst einmal ausgedruckt werden.

Es wurde ein Fortsetzungstermin für Mitte Oktober festgelegt. „Glauben sie, dass wir milder gestimmt sind, wenn wir uns die Bilder angesehen haben?“, gab die Erste Staatsanwältin Regina Steinebach dem Angeklagten zu bedenken. „Die Erfolgsaussichten wage ich zu bezweifeln“, so die erfahrene Juristin.

Der Angeklagte hält jedoch an seiner Berufung fest. Da nur er Rechtsmittel eingelegt hat, gilt das Verschlechterungsgebot. Die Strafe kann nicht höher ausfallen.

wb

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