„Endlich wieder auf Tour“: Wie Fahrer Cord Hibbing die Corona-Krise erlebt

Plötzlich musste der Bus stehen bleiben

Cord Hibbing nutzt die Zeit des Stillstands, um seinen Bus schick zu machen, 
Foto: Müller
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Cord Hibbing nutzt die Zeit des Stillstands, um seinen Bus schick zu machen, Foto: Müller

Kirchboitzen – Er war mit seinen Bussen fast eine Million Kilometer unterwegs zu den Sehenswürdigkeiten Europas. Dabei hatte Cord Hibbing schon viele aufregende Momente. Aber mit der Corona-Situation musste er erst einmal fertig werden. Der 59-jährige Busfahrer und Fahrlehrer will endlich wieder auf Tour. Der Kirchboitzer möchte ab September zunächst beliebte Busziele in Deutschland ansteuern. „Ich werde tagtäglich gefragt, wann es wieder losgeht“, berichtet Hibbing.

Seine Fahrgäste, so schildert der Fahrer, habe er auf den Fahrten gerne verwöhnt. „Als wir einmal in Rumänien Mittagspause gemacht haben, gab es zum Nachtisch im Bus Melonen, die ich am Straßenrand gekauft hatte. Noch heute sprechen die Leute darüber“, schmunzelt er. Bis zum 13. März war er unterwegs. „Und dann war plötzlich alles aus. Nichts lief mehr. Ich hatte einen so prallen Jahresplan.“

Cord Hibbing war in der Corona-Zwangspause nicht untätig. Der Bus erhielt eine neue, silberne Farbe, alles wurde schick gemacht. Selbst war der Busfahrer mit dem Fahrrad unterwegs und erkundete die Region, Tagestouren, die oft bis zu 40 Kilometer lang waren. „Wie schön es hier ist“, schwärmt er. 13 Kilogramm habe er dabei abgenommen, auch durch eine leichte Umstellung der Essgewohnheiten.

In dieser trostlosen Zeit hat Hibbing als Kraftfahrer gejobbt und in seiner ehemaligen Fahrschule einige Stunden Unterricht gegeben. „Das ist aber nicht mehr mein Sinn. Ich muss den Bus steuern, auch wenn es noch so eng wird auf den Straßen. Und ich habe Spaß daran, mittags auch einmal anzuhalten und aus der Bordküche eine gute Suppe zu servieren“, erklärt der Heidjer.

Die Corona-Regeln für die Busbranche kann er nicht ganz nachvollziehen. „Warum dürfen wir in Niedersachsen höchstens 20 Menschen mitfahren lassen, weil in einer Sitzreihe nur eine Person sitzen darf und dann eine weitere Reihe ausgelassen werden muss, während in Nordrhein-Westfalen 50 Leute einsteigen können?“

Trotzdem will er wieder auf Tour, im September nach Weimar zum Zwiebelmarkt und nach Mühlhausen. Ziele im Bayerischen Wald und im Schwarzwald sind auch geplant. „Zunächst wollte niemand dort hin, heute sind diese Fahrten schnell ausgebucht“, freut sich Hibbing. Für 2021 plant er einen richtigen Knüller: „Ich will im Oktober mit einem guten Freund durch Namibiareisen. Der Freund lebt dort und will uns mit der Kultur, mit der Landschaft vertraut machen.“  mü

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