Angeklagte sagen umfänglich vor dem Landgericht Verden aus / Lkw-Fahrer wohl nicht involviert

Planenschlitzer überlassen nichts dem Zufall

Heidekreis/Verden – Um Autos zu kaufen, wollen die vier geständigen Angeklagten im Planenschlitzer-Prozess am Landgericht Verden aus Weißrussland nach Deutschland eingereist sein. Doch dann standen sie nachts mit einem mitgebrachten Lkw auf Parkplätzen entlang der A 7   und haben Ladungen anderer Lkw gestohlen. Nach Aufschlitzen der Plane oder Knacken des Schlosses soll am Tatort aber erst noch im Internet recherchiert worden sein, was die Ware für einen Wert hat, und ob sich das Entladen überhaupt lohnt.

Ursprünglich zugeordnet hatte die Polizei Heidekreis einer sechsköpfigen Gruppierung knapp 60 Taten mit einer Schadenssumme von einer halben Million Euro. In dem aktuellen Prozess geht es um drei Fälle des schweren Bandendiebstahls in Buchholz (Heidekreis) und Seesen (Kreis Goslar), von denen eine Tat mit einer Schadenssumme unter 50 Euro voraussichtlich eingestellt werden soll.

Bei den beiden anderen Taten waren laut Anklageschrift im Januar des vergangenen Jahres 622 Akkustaubsauger im Wert von 185 978 Euro und im Oktober desselben Jahres 195 Fernseher im Wert von 58 498 Euro gestohlen worden. Die Fernseher konnten sichergestellt werden. Die Akkustaubsauger sollen auf einem Markt kurz hinter der deutsch-polnischen Grenze gelandet sein. So zumindest sagte es ein 35 Jahre alter Angeklagter während des Prozesses aus.

Er wurde als Kopf der Bande angesehen, doch das war nach seiner Darstellung vielmehr ein weiterer Beschuldigter, der sich derzeit in Weißrussland aufhalten soll. Gegen diesen Mann, dessen Name schon häufiger im Prozess gefallen war, gibt es nach Angaben eines Sprechers der Staatsanwaltschaft Verden einen offenen Haftbefehl.

Bei der Abfahrt in Weißrussland circa fünf Tage vor der Tat will der 35-Jährige nicht gewusst haben, dass es um Akkustaubsauger gehen würde. Was er in den Tagen und Nächten zuvor gemacht hat, dazu wollte er gestern nichts sagen.

Angedeutet wurde eine Tatbeteiligung der Lkw-Fahrer, deren Ladung man gestohlen hatte. „Ich habe vermutet, dass er mit dem Fahrer gesprochen und den Kauf besprochen hat“, übersetzte eine Dolmetscherin die Aussage des 35-Jährigen. Ein Verdacht, den die Staatsanwaltschaft nicht bestätigen konnte. Laut einem Behördensprecher gibt es „keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass die jeweiligen Lkw-Fahrer involviert waren“.

Eigentlich sollte an diesem Verhandlungstag ein Kommissar zu den Ermittlungen der Polizei gehört werden. Doch seine Aussage wurde auf den nächsten Sitzungstag am 19. Mai verschoben.  wb

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