Im Strandbad Düshorn

Öffentliche Rettungsübung der DLRG: „Nicht blind aufs Eis rennen“

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Maximilian Frewer und Jan-Hendrik Müller versuchen, eine Sportkarre zu bergen.

Düshorn - Zu einer praktischen Eisrettungsübung hatte die DLRG ins Düshorner Strandbad eingeladen. „Gefahren auf dem Eis“ lautete das Motto, wobei es vor allem darum ging, Rettungsstrategien nach Einbruch in das Eis zu erklären. Dass die Übung überhaupt stattfinden konnte stand erst am selben Tag fest, denn es herrschte Tauwetter. „Die Eisschicht ist hier noch sieben Zentimeter dick, da können wir es noch wagen, die Übung durchzuführen“, erklärte die Einsatzleitung.

Gewöhnlich wird eine Eisfläche erst freigegeben, wenn die Eisdicke 12 bis 15 Zentimeter beträgt. „Das macht auch das Besondere dieses Trainings deutlich“, sagte der technische Einsatzleiter Jan-Hendrik Müller. „Allzuoft bietet sich uns gar nicht die Gelegenheit, eine solche Eisrettungsübung überhaupt durchzuführen.“ Tröstlich: „Bislang haben wir noch nie den Ernstfall erlebt.“

Eine ganze Reihe Interessierter war erschienen, die sich zunächst einmal anhörten, was die Verantwortlichen von der Wasserrettung zu sagen hatten. Zunächst demonstrierten die Helfer, wie man bei einer Selbstrettung vorzugehen hat. Die Schwierigkeit bestehe vor allem darin, aus dem Loch im Eis herauszukommen, weil das Eis an der betroffenen Stelle nicht so dick sei und immer wieder wegbrechen könne. Das Schwerste geschafft habe der Betroffene erst, wenn es ihm gelinge, sich auf die Eisfläche zu schieben. Dort sollte er nicht aufstehen, sondern liegenbleiben, um die Fläche zu vergrößern, auf die sich das Gewicht verteile.

Zahlreiche Interessierte verfolgten die Übung und lauschten den Ratschlägen der Helfer.

„Wie sollte man sich verhalten, wenn man jemandem helfen will, der eingebrochen ist“, lautete eine Fragestellung. Der Rat: Auf jeden Fall nicht blind zu der Person auf das Eis rennen, die man retten will. Zuerst müsse versucht werden, Panik zu verhindern und den Eingebrochenen zu beruhigen. Der sollte sich nur wenig bewegen. Wer ein Handy dabei habe, sollte umgehend den Notruf absetzen. Erst dann könne er sich bäuchlings dem zu Rettenden nähern, möglichst auf demselben Weg den derjenige eingeschlagen habe. Bis zur Bruchstelle habe das Eis ja offensichtlich getragen. 

Eine wichtige Rolle spiele die Zeit, erfuhren die Besucher in Düshorn. Im eiskalten Wasser zähle jede Minute. Optimal sei es, einen Besen oder ein ähnliches Gerät mit langem Stiel, einen Ast oder ein Kleidungsstück zur Hand zu haben, den oder das die Person im kalten Wasser ergreifen könne. Sicherheit gebe es ebenfalls erst, wenn das Opfer flach auf dem Eis liege. „An Land sollte dieses in eine sitzende Position gebracht, nicht entkleidet werden, sondern, so vorhanden, in eine wärmende Decke oder ein zusätzliches Kleidungsstück gehüllt werden“, hörten die Interessierten. Falls Gelegenheit bestehe, ihm ein wärmendes Getränk einzuflößen, sei das in Ordnung, bitte keinen Alkohol.

Dann demonstrierten die DLRG-Helfer, was zu tun ist, wenn jemand mit einer Sportkarre im Eis versinkt. „Das ist ungleich schwieriger“, sagte der technische Einsatzleiter und lieferte den Beweis: Es klappte nicht auf Anhieb, das Gefährt zu bergen. Den Umstehenden wurde klar: Kinderwagen, Sportkarren oder Rollatoren haben auf dem Eis nichts zu suchen.

Bewundernswert waren die Helfer der DLRG, allen voran Maximillian Frewer, der über eine Stunde lang in seinem Neoprenanzug über das Eis rutschte oder ins Wasser stieg - eine eindrucksvolle Demonstration.

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