Musik-Workshop am Gymnasium Walsrode

Strawinskys Werk neu betrachtet

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Die Schüler hatten viel Spaß mit den ihnen gestellten Aufgaben.

Walsrode - Schüler des Walsroder Gymnasiums hatten in einem Workshop die Chance, sich einem Werk der Niedersächsischen Musiktage zu nähern. Sie beschäftigten sich mit Igor Strawinskys „Die Geschichte vom Soldaten“, die Sonnabend in der Walsroder Stadthalle aufgeführt wird.

Jugendliche der elften Klassen saßen mit Cornelia Hemmann und Anastassia Tkachenko von der Musikvermittelung der Niedersächsischen Sparkassenstiftung zusammen. Ziel der Schulworkshops ist es, die jungen Menschen ins Konzert zu holen und Nähe zum Stück zu schaffen. Hemmann: „Strawinskys Soldat bietet sich sehr dafür an, rüberzubringen, wie ein Komponist vorgeht.“

Aufgrund knapper Budgets der Opernhäuser zu Beginn des 20. Jahrhunderts suchte Strawinsky nach einem neuen Konzept für Theater und Musik. Er stützte sich auf die Grundlage von Wandertheatern, die sich mit wenig Requisiten begnügen mussten. Anhand einer Sammlung russischer Erzählungen erarbeitete er mit dem Librettisten Charles Ferdinand Ramuz „Die Geschichte des Soldaten“.

Der tauscht bei einem Handel mit dem Teufel seine Geige gegen ein Zauberbuch ein und trinkt später mit Luzifer einen aus, um sein Instrument wieder zu bekommen.

In vier Gruppen aufgeteilt, hatten die Schüler jetzt die Aufgabe, selbst zu komponieren: „Wie klingen die Szenen mit dem Soldaten, dem Teufel, der Geige?“ Das vierte Team bildete die Dramaturgiegruppe, die für das Konzept zuständig ist, also vorgibt, wann welche Einsätze dran sind.

Tkachenko: „Sie erhalten eine konkrete Arbeitsaufgabe. Es ist total unabhängig davon, ob Schüler ein Instrument spielen. Sie sollen sich Gedanken machen: Wie bekomme ich ein Instrument zum Klingen, wie klingt ein Instrument, wie klingt das, was wir gemacht haben, können wir das verwenden oder müssen wir es verwerfen?“

Selbst Musik zu gestalten, zu komponieren und zu erarbeiten, darüber kämen die Schüler in Kontakt mit dem Künstler. „Das ist die beste Vorbereitung auf einen Konzertabend, die aktive Auseinandersetzung“, sagt Hemmann. „Vielleicht sagen die Schüler nächste Woche ja auch: Unsere Ideen haben uns viel besser gefallen als Strawinsky.“

Die Schüler um den Flügel verfremdeten dessen Klang, indem sie ein Blatt Papier mit einer Büroklammer auf die Saiten legten. Sie spielten ihren Akkord und ihre Ideen vor, prompt gab es Lob von Tkachenko.

Von der Gruppe mit der Geige forderten die Dramaturgen: „Wir brauchen für den Teufel die Geige, richtig schlecht gespielt.“ - „Das bekomme ich hin“, lautete die witzelnde Antwort. Die Schüler bewiesen Kreativität und viel Humor.

Hemmann und Tkachenko sind nun gespannt, wie „ihre“ Schüler wohl den Abend mit Dominique Horwitz und dem Arte Ensemble erleben werden.

bd

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