Morgen Tag des Friedhofes auch in Walsrode / Führungen und Informationen

Mehr als ein Ort der Trauer

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Die historische Grabstätte des Generalleutnants Georg Philipp von Wangenheim.

Walsrode - Die evangelische Kirchengemeinde Walsrode ist stolz auf ihren Friedhof, der in diesem Jahr 200 Jahre alt wird. Am Tag des Friedhofes am morgigen Sonntag soll in der Lönsstadt in ganz besonderer Weise darauf aufmerksam gemacht werden, so Pastor Werner Schäfer. Die Bürger seien eingeladen, die Gräberstätte auf vielfältige Weise zu entdecken und nicht nur als Ort der Trauer und des Begräbnisses wahrzunehmen.

Besonders erfreut ist die Kirchengemeinde, so Pastor Schäfer, dass die Berufsbildenden Schulen (BBS) Walsrode geholfen haben, einen historischen Rundgang zwischen den Gräbern zu realisieren. Eine Berufsorientierungsklasse hat sich im Metallbau geübt und für stabile Aufsteller gesorgt.

Hinweistafeln sollen die Besucher morgen zu verschiedenen historischen Gräbern geleiten. Schilder geben kurze Infos zu den dort bestatteten Persönlichkeiten. Wer mehr erfahren möchte, findet auf den Tafeln QR-Codes mit Verlinkungen zum Internetauftritt der Kirchengemeinde.

Warum dieser Tag des Friedhofes? An solch einem besonderen Tag könne den Bürger nahe gebracht werden, dass ein Friedhof eben mehr als ein Feld für Grabstätten sei, so Pastor Werner Schäfer. „Ein Friedhof ist neben einem Ort für unsere Verstorbenen ein Ort der Trauer, der Ruhe, der Erinnerung, aber auch ein Treffpunkt und eine grüne Oase“, meint der Geistliche.

Darüber hinaus sei ein Friedhof durchaus ein kulturhistorischer Ort, der meist viel über die lokale Geschichte der Stadt aussagen kann.

So hätten Historiker Dr. Stephan Heinemann und Thorsten Neubert-Preine, der Walsroder Stadtarchivar, geholfen, die Infotafeln inhaltlich zu gestalten, berichte BBS Fachlehrer Friedjof Rötemeyer, der sich auf die engagierte Mitarbeit seiner Kollegen Martin Henric-Petrie und Volker Wolf verlassen konnte. Hanna Ahrens von der Friedhofspflege und Siiri Eggers von der kirchlichen Friedhofsverwaltung freuen sich mit Pastor Schäfer über die gelungene Arbeit der Berufsfindungsklasse.

Der Rundgang führt zum Beispiel zu den Grabstätten bekannter Walsroder Persönlichkeiten wie Oskar Wolff, Ehrenbürger der Löns-Stadt und ehemaliger Betreiber der Bomlitzer Pulvermühle. Auch die letzten Ruhestätten des früheren Walsroder Bürgermeisters Friedrich Grütter sowie von Georg Philipp von Wangenheim, Generalleutnant und ab 1795 Kommandant des 4. braunschweigisch-lüneburgschen Kavallerieregiments, liegen auf der Route. Letzterer starb 1799.

Ab 11.15 Uhr werden morgen stündlich begleitete historische Rundgänge angeboten. Der Tag des Friedhofes beginnt aber bereits um 10 Uhr mit einem Gottesdienst in der Kapelle. Um 15 Uhr findet an gleicher Stelle ein kleines Konzert mit Texten statt, aufgeführt von Constanze Rahn (Flöte und Klavier).

Um 17 Uhr gibt es in der Kapelle ein außergewöhnliches Theaterstück. Das Musiktheater „Himmelwärts“ mit Gabriele Hiepko und Hileka Knies behandelt das Thema Trauer.

Auf dem Friedhofsgelände präsentieren sich verschiedene Gärtnereien, Bestatter, ein Steinmetzbetrieb und eine Töpferei. Mit dabei sind auch die Selbsthilfegruppe „Menschen in Trauer“, der Hozpizdienst des Kirchenkreises sowie das Beratungszentrum für die kirchlichen Friedhöfe Walsrode und Meinerdingen. Das Café Boenke sorgt für Speisen und Getränke.

hf

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