Zirkus Charles Knie mit vielen Tieren und preisgekrönten Artisten

„Monte Carlo in Walsrode“

„Flappi“ mit Laura Pedersen. - Foto: Templin

Walsrode - Ein dunkler Schatten bewegt sich unter der Wasseroberfläche eines 120.000-Liter-Wasserbassins. Plötzlich macht es Platsch und „Flappi“, der mehr als 300 Kilogramm schwere Seelöwe des Zirkus' Charles Knie, taucht auf. Mit ihm schwappt eine Welle Wasser auf den Boden. Das Tier interessiert das wenig, es hat nur Augen für den Fisch in der Hand seiner Trainerin Laura Pedersen.

„Flappi“ gehört zu den Publikumslieblingen des Zirkus' und zeigt sich während der drei Walsroder Aufführungen in der Manege, macht einen Handstand, jongliert und „knutscht“ seine Trainerin.

Der Zirkus gastiert zum ersten Mal in Walsrode. „Wir wollten unbedingt hier spielen“, sagt Sprecher Patrick Adolph. Und dafür nehmen die 92 Mitarbeiter einige Strapazen auf sich. „Der Platz ist gerade groß genug für unser Zirkuszelt und die Tiere.“ Die Artisten stehen mit ihren Wohnwagen auf zwei anderen Plätzen. „Die Stadt hat uns sehr geholfen“, so Adolph. Mehr als 1 400 Menschen finden im Zelt Platz.

Der Programmtitel lautet „Euphorie“, und die Macher versprechen eine große Show. Rund zwei Jahre haben die Mitarbeiter am Programm gefeilt, Kostüme designt und das richtige Ensemble zusammengestellt.

Die australischen Handstand-Akrobaten, der equadorianische Schlangenmensch César Pindo und die Tänzerinnen des Zirkus' Charles Knie. - Foto: Templin

Die Artisten kommen aus der gesamten Welt: Australien, Südafrika, Chile, Russland, Polen, Bulgarien, Ukraine, Italien und Venezuela. Es handelt sich um Clowns, Musiker, Tiertrainer, Artisten, Akrobaten, Sänger und das Ballett. „Wir suchen unsere Artisten auf internationalen Zirkusfestivals“, so Adolph. Unter ihnen sind viele preisgekrönte Künstler. Tierlehrer Marek Jama hat erst in den vergangenen Tagen eine persönliche Einladung von Prinzessin Stephanie von Monaco zum Zirkusfestival in Monte Carlo erhalten. Jama wird dort von einer Jury bewertet und bekommt einen Preis verliehen. „Das ist wie der Oskar für die Schauspieler. Es ist eine ganz besondere Ehre. Wir bringen praktisch Monte Carlo nach Walsrode“, sagt Adolph stolz. Neben „Flappi“, dem Seelöwen, präsentiert Tiertrainer Marek Jama auch Pferde, Zebras, Kängurus und Kamele. Die Beziehung zwischen Jama und seinen Tieren ist eine besondere, und das sieht man auch während der Vorstellung.

Auch die südafrikanische Musicaldarstellerin Pretty Shangase ist mit auf Tour. Sie begleitet das Programm – einmalig in einer europäischen Manege. Ein Acht--Mann-Live-Orchester sorgt für Stimmung.

Die weiteste Anreise hatten die Mitglieder der Truppe Messoudi aus Australien. Die vier Brüder zeigen eine Handstandnummer. Als „das schönste Flugtrapez Italiens“ beschreibt der Zirkus die Nummer der sechsköpfigen Truppe „Flying Wulber“.

Einer darf natürlich nicht fehlen: Clown César Diaz ist preisgekrönt. Sein Programm erinnert eher an ein Comedyprogramm als an den Mann mit großen Schuhen und roter Nase.

Ein klassischer Zirkus, aber modern verpackt, sagt Adolph. Früher sei es üblich gewesen, einen Programmpunkt nach dem nächsten abzuarbeiten. „Heute ist der Übergang fließend“, so der Sprecher. Die Zuschauer sehen auf Einzelsitzen ein Programm ähnlich wie bei einem Theaterstück für die ganze Familie. Das ist dem Team besonders wichtig. Und die Zuschauer danken es: Standing Ovations sind keine Seltenheit.

Zirkus Charles Knie in Walsrode, Schützenplatz Bismarckring, heute, 12. Juli, 16 und 20 Uhr, und morgen, 13. Juli, 16 Uhr. Infos und Kartenvorverkauf unter www.zirkus-charles-knie.de

at

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