Friedenstreck auf Deutschlandtour / Station in Uetzingen

Mit Glocke und Pferden unterwegs

Ein wunderschönes Ambiente bot am Mittwoch der Klostergarten, als die Äbtissin die Friedensreiter und die Heidedragoner zu einem kleinen Konzert eingeladen hatte. Für die Reiter gab es zur Stärkung eine Gulaschsuppe vom Kloster.
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Ein wunderschönes Ambiente bot am Mittwoch der Klostergarten, als die Äbtissin die Friedensreiter und die Heidedragoner zu einem kleinen Konzert eingeladen hatte. Für die Reiter gab es zur Stärkung eine Gulaschsuppe vom Kloster.

Walsrode/Uetzingen – Der heiße Sommer hat den Friedenstreck des Brandenburger Vereins „Friedensglocken“ im Heidekreis erwischt. Nach einem anstrengenden Marsch mit den Gespannen von Hemslingen im Landkreis Rotenburg auf das Gelände des Reiterhofes von Samson in Uetzingen gab es erst einmal Nahrung für die Kalt- und Warmblüter.

Die Friedensglocke traf nach einer über 30 Kilometer langen Tagestour in Uetzingen ein. „Das war wirklich sehr hart“, sagte Friedbert Enders, Organisator der Tour. Er hatte sich auch 2018 den Treck nach Russland ausgedacht, als die Teilnehmer 2 200 Kilometer bei Hitzeglut unterwegs waren.

Die 18 Teilnehmer der Tour haben für die Hitze gut vorgesorgt – mit einem Wasserwagen für die Pferde, vollgepackten Kutschen und jeder Menge Verpflegung. „Wir sind auf alles vorbereitet“, so Enders. Der zum Tross gehörende Heide-Dragoner „Heinrich“ aus dem Südgifhorner Raum geleitet die Gäste aus dem fernen Brandenburg durch die Heide.

Am Abend folgte ein Empfang des Walsroder Klosters. Die Äbtissin, selber einmal begeisterte Dressurreiterin, hatte eingeladen, lobte in einer kurzen Rede die Idee der Brandenburger Friedensreiter und rief zum Frieden in aller Welt auf. „Ich freue mich, dass Sie den Mut haben, diesen Friedenstreck durch Norddeutschland durchzuführen.“

Auch die stellvertretende Landrätin Claudia Schiesgeries hieß die Gäste herzlich willkommen. Wolfhart von Samson erinnerte daran, dass vor über 990 Jahren auf dem von Samsonschen Hof schon einmal Pferde logiert hatten, die auf Bitten der damaligen Walsroder Äbtissin die Nacht verbrachten. Anschließend spielten die Heidedragoner unter den uralten Bäumen am Äbtissinnenhaus auf, berichtete Bäckermeister Kurt-Dietmar Pentz über das Brandenburger Friedensprojekt und es gab viele Gespräche in lauschiger Runde. Organisator Enders überreichte Wolfhart von Samson eine Miniaturausgabe der Friedensglocke und lobte die große Gastfreundschaft der von Samsons.

Mit einer ökumenischen Glockenweihe hatte die ungewöhnliche Tour des bundesweit vernetzten Vereins „Friedensglocken“ auf dem Heilig-Geist-Feld in Hamburg begonnen. Die imposante Glocke soll über 600 Kilometer durch den Norden Deutschlands gezogen werden. Sie fahren 20 Kommunen in den vier Bundesländern Hamburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg an. Die Mitglieder begaben sich mit 14 Kutschern und Begleitern, sieben Wagen und 14 Pferden auf den Friedenstreck Nord 2020.

Auf dem Glockenwagen ist das helle Geläut der Friedensglocke schon von weither zu hören. Ursprung der Tour ist es, den völkerverbindenden Friedensgedanken in Europa und der Welt zu verbreiten mit dem großen Wunsch, im Jahr 2025, 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges, die Friedensglocke nach Jerusalem, Brennpunkt der drei Weltreligionen, zu bringen.

Die Treckteilnehmer wollen ihrem Anliegen symbolisch Ausdruck verleihen, dass von deutschem Boden nie wieder ein Krieg ausgehen darf. Dass menschenverachtender Rassismus und engstirniger Nationalismus nie wieder die Oberhand über ein friedliches, demokratisches Deutschland erlangen können.

Die Friedensglocke war am 6. Juni in Brandenburg symbolträchtig aus Militärschrott wie alten Patronenhülsen und Patronen gegossen worden. Sie trägt als Inschrift die der Bibel entlehnten Worte „Jagt dem Frieden nach mit Jedermann“. Verewigt sind auf ihr auch die Picasso-Friedenstaube, das Kreuz sowie das Wort Frieden in den 15 Sprachen jener Länder, die 2025 auf dem Weg nach Jerusalem durchfahren werden sollen.  mü

Friedensreiter-Organisator Friedbert Enders (r.) überreichte Wolfhart von Samson eine Glocke. Äbtissin Dr. Eva Gräfin von Westerholt erhielt ein Brot.
Mit dieser Glocke ziehen die Friedensreiter im Treck durch Norddeutschland.

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