Meyer-Haase verabschiedet

Hauptversammlung der Viehvermarktung Walsrode-Visselhövede

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Gerd Meyer-Haase (Mitte) wurde von Thomas Knocks (r.) und Vorstandschef Martin Lüking geehrt.

Walsrode - Gerd Meyer-Haase wurde nach 27 Jahren aktiver Mitarbeit im Vorstand der Viehvermarktung Walsrode-Visselhövede auf der Hauptversammlung am Montag verabschiedet. Als Anerkennung der ehrenamtlichen Tätigkeit erhielt er vom Genossenschaftsverbandsvertreter Thomas Knocks die silberne Nadel des deutschen Genossenschaftswesens.

Die Mitglieder wählten Werner Vorwerk einstimmig erneut in den Vorstand. Weiter wurden der Aufsichtsratsvorsitzende Volker Carstens und Bernd Köhnken sowie Hermann Thieler einstimmig im Aufsichtsrat bestätigt. Zuvor hatte die Versammlung die Gremien entlastet.

Geschäftsführer Wilhelm Behrens stellte den Geschäftsbericht für 2017 vor. Der Schweinefleischmarkt sei weiterhin unter Druck, weil im Jahr durchschnittlich drei Kilo weniger pro Kopf verbraucht würden. Hingegen erfreue sich Rindfleisch größerer Beliebtheit. Die Ferkelpreise seien weiterhin wegen der starken Konkurrenz der Nachbarländer unter Druck.

Das Thema ASP belaste generell die Branche, sagte Behrens. Aber durch den Ausbruch der Seuche in Japan und China sei ein kurzfristiger Exportzuwachs möglich. Behrens appellierte an die 567 Mitglieder der Genossenschaft, für den Fall des ASP-Ausbruchs unbedingt eine schnelle Meldung an die entsprechenden Stellen, wie die Seuchenkasse, abzugeben. Die Betriebsausfallversicherung solle deswegen dringend überprüft werden.

Bei allen Unwägbarkeiten sei das stetige Wachstum der Fleischbranche gesichert. Die Viehvermarktung habe erstmals die Millionengrenze bei der Anzahl der vermarkteten Tiere geschafft.

Beim Gesamterlös von knapp 120 Millionen Euro habe die Genossenschaft einen Jahresüberschuss von 134 256 Euro erzielt, was mehr als eine Verdoppelung zum Vorjahr 2016 darstelle, berichtete Behrens.

Viele der 567 Mitglieder kamen zur Hauptversammlung der Viehvermarktung Walsrode-Visselhövede.

Die Folgen der Insolvenz des Schlachthofs Vogler hätten durch die Kreditausfallsversicherung gut abgefangen werden können. Nur die weiteren Fahrwege zu den anderen Schlachthöfen verursachten höhere Betriebskosten, was sich unter anderem im erwarteten Mehraufwand für die Mautkosten von 40 .000 Euro 2018 und 30. 000 Euro 2019 widerspiegele.

Daher werde für 2018 ein schwächeres Ergebnis erwartet. Außerdem würden die Kosten der neuen Waschhalle mit ungefähr 700 .000 Euro voll zu Buche schlagen. „Die neue Waschhalle ist für das Einhalten der Hygienestandards erforderlich und wird wahrscheinlich in zwei Monaten in Betrieb gehen“, erläuterte Behrens.

In Abwesenheit wurde Dennis Dierking für 25 Jahre Betriebszugehörigkeit geehrt. „Eigentlich wäre er heute hier, aber nach mehreren Stunden Wartezeit am Schlachthof konnte Dennis Dierking es nicht rechtzeitig schaffen“, berichtete Behrens. In diesem Zusammenhang dankte er den Mitarbeitern für die wertvolle Arbeit und berichtete von riesigen Problemen, Fahrer für den Viehtransport im Schichtdienst zu finden. Exemplarisch erläuterte er die Verzögerungen, die durch die Schlachthöfe für alle Beteiligten der Lieferkette entstünden.

Abschließend informierte Prof. Dr. Josef Kamphues von der Stiftung der Tierärztlichen Hochschule Hannover über die Ernährungsphysiologie bei Ferkeln und in der Schweinmast überhaupt. „Immer größere Würfe bringen auch immer kleinere Ferkel, die entsprechend anfälliger sind“, so der Professor. Die Natur habe sowieso eine höhere Ausfallquote bei Ferkeln vorgesehen als nur ein Tier von 100. Deswegen sei ein geringerer Einsatz von Antibiotika absolut nachvollziehbar. Außerdem stellte er das Forschungsprojekt der 6-R-Roggenfütterung für mehr Tierwohl vor, an dem die Viehvermarktung Walsrode-Visselhövede beteiligt ist (wir berichteten). - lee

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