29-Jähriger legt vor Gericht Geständnis ab

Mädchen mehrfach missbraucht

Heidekreis/Verden - Um schweren sexuellen Missbrauch eines Kindes geht es in einem Prozess, der am Dienstag am Landgericht Verden begonnen hat. Vor der 3. Großen Strafkammer muss sich ein 29 Jahre alter Angeklagter aus Sohren in Rheinland-Pfalz verantworten.

Die Taten liegen bereits mehrere Jahre zurück. Das Opfer kommt aus dem Heidekreis und war zu Beginn der Taten gerade mal elf Jahre alt. Der Angeklagte war der Lebensgefährte der Mutter.

Während eines Krankenhausaufenthaltes der Mutter soll es zu der ersten von zwölf angeklagten Taten gekommen sein. In allen Fällen soll der Mann mit dem Kind den Beischlaf vollzogen haben, mal im Kinderzimmer, dann in einer Garage, im Wochenendhaus und sogar in einer Schutzhütte auf einem Friedhof. Er verübte die Taten während eines Spaziergangs, dann wieder bei Wochenendausflügen. „Er wolle noch etwas mit ihr machen“, hatte er dem hilflosen Kind vielfach angekündigt.

So wie üblich in solchen Verfahren liegt das Hauptaugenmerk der Kammer und Staatsanwaltschaft darauf, dem Opfer die Aussage vor Gericht zu ersparen. „Wir haben es hier mit einer sehr jungen Nebenklägerin zu tun, und für Kinder ist es ganz schlimm, wenn sie hier erscheinen und noch einmal alles erzählen müssen“, erläuterte der Vorsitzende Richter Joachim Grebe.

Verteidiger Achim Groepper signalisierte gleich zum Prozessauftakt, dass Bereitschaft zum Geständnis besteht. „Er ist bereit, Angaben zu machen“, so Groepper. Es folgte ein Verständigungsgespräch unter den Juristen hinter verschlossenen Türen.

Das Ergebnis war die Zusage einer Strafe, die mindestens fünf Jahre und elf Monate, maximal sechseinhalb Jahre betragen wird. Alles unter der Voraussetzung, dass der Angeklagte die Taten vollumfänglich gesteht. Dazu war er bereit, und dabei wurde bekannt, dass der Angeklagte selbst als Kind sexuell missbraucht worden war.

Der 29-Jährige ist Täter und zugleich Opfer verabscheuungswürdiger Taten. Bei ihm sei es der Stiefvater, der nicht nur ihn, sondern auch seine beiden Geschwister missbraucht habe, berichtete der Verteidiger. Der Angeklagte konnte kaum darüber reden. Der Stiefvater sei deshalb auch verurteilt worden, allerdings nur zu einer sehr geringen Strafe. Aktuell sitze der Mann wegen eines versuchten Tötungsdeliktes an seiner Lebensgefährtin in Trier in Untersuchungshaft, berichtete der Verteidiger.

Urteil wird für den 10. Mai erwartet

Selbst habe er nie eine Therapie gemacht, erklärte der Angeklagte. Er habe als Kind eine Schule für Lernbehinderte besucht und sich dem Stiefvater selber entzogen, indem er irgendwann nicht mehr nach Hause gegangen sei und sich in ein Kinderheim begeben habe. „Ich habe es verdrängt und ersoffen“, merkte der Angeklagte zu den an ihm verübten Taten an. „Dann können Sie jetzt vielleicht auch ermessen, was sie dem Mädchen mit ihrem Geständnis erspart haben“, gab der Vorsitzende dem Angeklagten zu bedenken.

Fünf Verhandlungstage hat das Gericht eingeplant. Ein Urteil wird für den 10. Mai erwartet. - wb

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