Ansage des Landrates zu Corona / Ausgangssperre oder sogar der Katastrophenfall drohen

„Leute bleibt an diesem Wochenende zu Hause“

Der Krisenstab des Heidekreises bei seinem Treffen gestern im Kreishaus in Bad Fallingbostel. Foto: Müller

Bad Fallingbostel – Der Krisenstab des Heidekreises trifft sich in diesen Tagen häufig in einem neu eingerichteten Raum des Kreishauses in Bad Fallingbostel. Landrat Manfred Ostermann informiert hier über Corona.

Am Freitag wurde der Landrat gegenüber Medienvertretern besonders deutlich und sagte, wohin der Weg gehe, wenn sich die Bevölkerung nicht an die Weisungen aus Berlin und Hannover richte: „Leute, bleibt bitte an diesem Wochenende zu Hause, richtet euch nach den Anweisungen der Bundekanzlerin, vermeidet größere Treffen, bleibt unter euch, haltet Abstand. Sonst besteht die große Gefahr, dass eine Ausgangssperre verhängt werden wird oder sogar der Katastrohenfall auszurufen ist.“

„Bei uns ist es noch verhältnismäßig ruhig“, sagte der angespannt wirkende Landrat. Vier bestätigte Corona-Fälle seien genug, aber im Vergleich zu den Nachbarkreisen eher wenig. „Und keiner ist im Krankenhaus, alle zu Hause in Quarantäne.“ Dass sich das schnell ändern könne, zeigten die Freitagszahlen, beispielsweise aus dem Kreis Rotenburg, der gleich drei neue Fälle habe registrieren müssen.

Der Heidekreis, am Morgen habe es ein Treffen mit den Spitzen der Kommunen gegeben, sei gut vorbereitet, versicherte Ostermann. Die Informationskette laufe, auch mit der Polizei, die angekündigt habe, ihre Kontrollen im Kreis zu verstärken, damit beispielsweise nach 18 Uhr jede Gaststätte geschlossen sei. Auch der Austausch mit dem Heidekreis-Klinikum, wo bestehende Teststrecken personell verstärkt werden sollten, sei gut. Probleme mit der telefonischen Erreichbarkeit des Klinikums sollten behoben sein.

Ostermann rät allen Bürgern, die sich untersuchen lassen wollen: „Bitte setzen Sie sich erst mit Ihrem Hausarzt in Verbindung, der die Einweisung ins Krankenhaus veranlassen muss.“ Nur so könne alles gut und einigermaßen zügig laufen. Wichtig sei bei der Untersuchung, dass der Arzt die Lunge abhöre.

„Wir sind auf alles gut vorbereit“, sagte Ostermann. Werde der Katastrophenfall ausgerufen, bei dem der Heidekreis nur noch weisungsberechtigt sei, werde der Krisenstab dreimal so stark sein. Das Szenario sei bereits durchgespielt worden. „Wir benötigen schon heute Ärzte und Krankenschwestern, die bereit sind, in einem Notfall mitzuhelfen.“ Interessierte könnten sich an die Hotline des Heidekreises wenden und würden schriftlich festgehalten.

Man werde sich auf den Ernstfall vorbereiten, falls die Weisung von oben komme. „Die Lage ist sehr ernst. Wir wissen nicht, wie lange uns diese Gefahr begleiten wird. Aber wir als Landkreis werden alles tun, um unsere Bevölkerung zu schützen.“

Ostermann kündigte an, dass das Bürgerbüro ab Mttwoch stärker besetzt sein werde. Er sprach von ständig aktualisierten Mitteilungen des Robert-Koch-Institutes auf der Heidekreis-Homepage und anderen Informationen zum Thema Corona.

Er teilte darüber hinaus mit, dass Aufenthaltsgenehmigungen für ausländische Mitbürger mindestens so lange verlängert würden, bis die Krise beendet sei.

Die Führerscheinstelle in Bad Fallingbostel bleibe geöffnet. Andere Fragen an die Verwaltung sollten telefonisch angemeldet werden. mü

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