Hospizhaus Heidkreis wird in Dorfmark gebaut

Lebensraum für die letzten Tage und Wochen

Sie stellten die Pläne vor (v. l.): Geschäftsführer Herbert Voedisch und Werkmeister Pastor Walter Weber von den Johannitern sowie Dr. Sirus Adari, Vorsitzender des Vereins Hospizhaus Heidekreis. - Fotos: Fred Raczkowski

Walsrode - Von Fred Raczkowski. Nach den bisherigen Planungen sollte es in Krelingen gebaut werden. Aber jetzt fiel die Entscheidung für das verkehrsgünstiger gelegene Dorfmark: Das Hospizhaus Heidekreis soll dort auf einem 6 000 Quadratmeter großen Grundstück errichtet werden. Wenn alles planmäßig verläuft, könnte das neue Haus nach dem Baubeginn im Herbst schon im kommenden Jahr in Betrieb genommen werden.

Um über den neuen Stand der Dinge zu informieren, hatte Dr. Sirus Adari, Vorsitzender des Vereins Hospizhaus Heidekreis, für Freitag in das Haus der Kirche in Walsrode eingeladen. Partner des Vereins und künftiger Betreiber der Einrichtung wird die Johanniterhaus Bremen gGmbH sein. Pastor Walter Weber, Werkmeister des Johanniterordens, erläuterte die Pläne für das Dorfmarker Haus: „Wir wollen dort Lebensraum für die letzten Tage und Wochen im Leben eines Menschen bereitstellen.“

Primär solle die Einrichtung ein Segen für schwerstkranke oder sterbende Menschen werden, sagten Weber und Adari. Aber es gelte auch, die Einrichtung ohne finanzielles Risiko zu tragen. Daher habe der Verein Hospizhaus Heidekreis nach kompetenten Partnern gesucht und in den Johannitern gefunden.

Über ein realisiertes Projekt in Bremen berichtete Herbert Voedisch, Geschäftsführer von Johanniterhaus Bremen. Die Einrichtung ist neben Häusern in Celle und Uelzen die einzige dieser Art in der Region. Adari: „Der Heidekreis galt in dieser Hinsicht bisher als weißer Fleck auf der Landkarte.“ Dies soll nun anders werden. Die Entscheidung für Dorfmark sei vor allem wegen der besseren Infrastruktur gefallen, sagten Weber und Adari. Eine gute Verkehrsanbindung sei für die besuchenden Angehörigen sehr wichtig.

Als „zwingend erforderlich“ sehen Adari und Weber die intensive Zusammenarbeit mit dem bestehenden Netzwerk zur palliativmedizinschen Versorgung im Heidekreis. Dessen Sprecher Dr. Albrecht Werner sagte in Walsrode, er könne so etwas wie eine „leise Zusage“ geben, das Hospizhaus künftig mitzuversorgen.

„Das Haus wird zunächst acht Gästen Platz bieten, dazu kommen ein oder zwei Angehörigenzimmer“, erläuterte Pastor Weber Einzelheiten. Das Angebot des Hospizes sei für die Gäste grundsätzlich unentgeltlich. Wegen der begrenzten Aufnahmemöglichkeit müssten jedoch eine nicht heilbare Krankheit und eine Lebenserwartung von etwa vier Wochen ärztlich attestiert werden. Weber: „Es können auch nur Menschen aufgenommen werden, die nicht ambulant versorgt werden können.“

Einschließlich Grundstück wird mit Gesamtkosten von rund 2,5 Millionen Euro gerechnet. An Spenden und Geldern aus öffentlichen Fördertöpfen stehen bisher 1,5 Millionen Euro zur Verfügung, rund eine Million wäre also noch zu decken. Weber: „Die müssen wir erbitten oder erbetteln, im Zweifel auch Kredite aufnehmen. Für die Einwerbung von Spenden soll auch eine Stiftung eingerichtet werden.“

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