Beos im Weltvogelpark Walsrode / Ein Pärchen hat sich gefunden

Lebenslange Treue

Beos sind in freier Natur vom Aussterben bedroht. Foto: Weltvogelpark Walsrode

Walsrode – Bedroht, geschützt und lebenslang treu – der Beo ist nicht nur das Zootier des Jahres, sondern gilt als Symbol der Treue. Weil Beos monogam leben, sind sie bei der Partnerwahl sehr wählerisch: Schließlich soll die Beziehung ein Leben lang halten. Das macht die für die Arterhaltung wichtige Nachzucht entsprechend schwierig. Im Weltvogelpark Walsrode setzen die Tierpfleger jetzt alles auf die wahre Liebe: Ein Beo-Pärchen hat sich gefunden. Mit ein paar Tricks soll es nun auch bald Nachwuchs geben.

Mit über 4 000 Vögeln aus 650 Arten von allen Kontinenten ist der Weltvogelpark in Walsrode an verschiedenen Artenschutzaktionen beteiligt. So wird dort am Nachwuchs der Beos gearbeitet, um das Erhalten der Art sicherzustellen. Beos stammen aus Südostasien und sind weltweit wegen ihres Sprachtalentes sehr begehrt. Da immer mehr Wildfänge über Umwege in den Volieren von Privatpersonen landeten und Beos in ihrer Heimat außerdem als Delikatesse gelten, sind sie mittlerweile weltweit geschützt. Nutzen die Beos ihr Imitationstalent in der freien Wildbahn, um potenzielle Feinde und Angreifer abzuschrecken, kommt ihre besondere Gabe im Weltvogelpark vor allem in der Kommunikation mit dem Besucher zum Ausdruck, da sie Laute aus ihrer direkten Umgebung imitieren. So ist es keine Seltenheit, dass die Besucher mit einem freundlichen „Hallo“ begrüßt oder einem gut gemeinten „Hau ab“ verabschiedet werden.

Dass sich die Beos bei der Partnerwahl Zeit ließen, mache die Zusammenführung von zwei Vögeln zur Paarung nicht einfach. „Sie erfordert viel Geduld“, sagt Anne Densow, Biologin im Weltvogelpark.

Aktuell entwickelt sich die Beziehung der beiden Beos im Park, die vor rund einem Jahr zusammengeführt wurden. Es kam sogar bereits zur Eiablage, aus dem jedoch kein Nachwuchs entstand. „Das ist ganz natürlich“, sagt Densow. „Die beiden Vögel brauchen eine lange Eingewöhnungsphase, bevor sie sich aufeinander einlassen. Wichtig ist, dass wir ihnen entsprechende Rückzugsmöglichkeiten geben und Verstecke anbieten. Wir haben mittlerweile große Hoffnung, dass innerhalb dieses Jahres bereits Beo-Jungtiere gezüchtet werden können.“

Beos legen zwei bis drei Eier, die zwei Wochen lang ausgebrütet werden. Nach etwa 26 bis 28 Tagen werden die Jungtiere bereits flügge.

Die Zucht der Beos ist also auch für die erfahrenen Tierpfleger ein langwieriger Prozess. Dennoch ist die Nachzucht wichtig, um den Bestand der Vogelart zu erhalten. „Uns ist es ein wichtiges Anliegen, unsere Besucher auf bedrohte Vogelarten aufmerksam zu machen und die Sensibilität für die Beos zu wecken“, erzählt Janina Ehrhardt, Pressesprecherin des Weltvogelparks. „So wird der Niasbeo bereits auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten als vom Aussterben bedroht geführt, mit maximal 250 fortpflanzungsfähigen Exemplaren in freier Wildbahn“, ergänzt Densow. Vielerorts werden Beos wild eingefangen und als Haustiere in kleinen Käfigen gehalten. „1997 wurden Beos in das Washingtoner Artenschutzabkommen aufgenommen. Das reguliert den Handel mit freilebenden Vogelarten“, erklärt Ehrhardt abschließend. Zusätzlich rückt die Kampagne „Zootier des Jahres“ der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP) jedes Jahr eine andere bedrohte Tierart in den Fokus, um Aufmerksamkeit zu schaffen – 2020 ist das der Beo. Die Kampagne unterstützt nicht nur verschiedene Nachzuchtprogramme, sondern auch Projekte im natürlichen Lebensraum der Beos.

Ein eigenes Bild vom Beo-Pärchen können sich die Besucher ab dem 21. März machen, dann öffnet der Weltvogelpark für die Saison.

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