Landgerichtsprozess gegen einen 30 Jahre alten Angeklagten aus Walsrode

Gab es eine Pistole am Tatort oder nicht ?

Verden/Walsrode - Außer einer zeitlichen Verzögerung im Landgerichtsprozess gegen einen 30 Jahre alten Angeklagten aus Walsrode hat die Befragung eines von der Verteidigung benannten Zeugen nichts gebracht. Von diesem sollte die Pistole stammen, die das Opfer laut dem Angeklagten bei der Tat im August 2011 bei sich gehabt hatte. Damit versucht der 30-Jährige zu erklären, warum er dem Nebenkläger mit einer Art Baseballschläger den Kiefer doppelt gebrochen hat.

In einer Bar in der Walsroder Moorstraße war es nachts zu einer Auseinandersetzung gekommen. Anlass soll eine Aussprache des Barbetreibers mit seiner Freundin gewesen sein. Die Frau hatte das Gespräch gesucht und die beiden späteren Geschädigten als Begleiter mitgenommen. Der Angeklagte soll kurz darauf dazu gekommen sein, will seinem Verwandten aber nur geholfen haben. Die Situation eskalierte offenbar.

Vor Gericht hatte der in erster Instanz zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe verurteilte Angeklagte behauptet, dass er von dem 28-Jährigen mit einer Waffe bedroht worden sei und deshalb zugeschlagen habe. Der Nebenkläger bestreitet dies wie die zweite Nebenklägerin und die Zeugin. Eine Waffe hatte die Polizei nicht bemerkt, obwohl die Beamten danach gesucht haben sollen.

Fortsetzung

am 14. Januar

Das Gericht hielt dem 29 Jahre alten Zeugen nicht nur vor, dass er dem Nebenkläger die Waffe vor der Tat gegeben, sondern diese später auch aus einem Versteck in der Bar geholt haben soll. Weil er sich möglicherweise selbst strafbar gemacht haben könnte, wurde der Zeuge aus Walsrode auf das dann für ihn geltende Recht der Aussageverweigerung hingewiesen. „Ich kann eine Aussage mit ruhigem Gewissen machen“, erklärte der Zeuge.

Es stimme, dass er dem Nebenkläger mal eine Waffe gegeben habe, es sei aber keine scharfe Schusswaffe gewesen, sondern eine Schreckschusswaffe mit einem Aufsatz für pyrotechnische Munition zu Silvester. Der Zeuge war sich nicht sicher, meinte aber, dass dies vor fünf Jahren gewesen seien könne. Die Waffe sei kaputt gewesen und dann vom Nebenkläger, mit dem er locker befreundet sei, entsorgt worden.

Die Tat habe für reichlich Gesprächsstoff in Walsrode gesorgt. Der Nebenkläger habe mit ihm darüber gesprochen, aber vom Einsatz der Waffe habe er nichts berichtet. „Definitiv nicht“, so der Zeuge, der daraufhin nochmals auf die für jeden Zeugen bestehende Wahrheitspflicht hingewiesen wurde. Der 29-Jährige blieb bei seiner Aussage.

Die Verteidigung stellte zwei weitere Beweisanträge. Staatsanwaltschaft und die Anwälte der Nebenkläger bekommen diese stets in Kopie. Verteidiger Kay Müffelmann verzichtete. „Brauchen wir nicht. Die Anträge wurden bereits 2013 beim Amtsgericht gestellt“, erklärte der Strafverteidiger.

Wie schon damals, wurden die Anträge auch in Verden vom Gericht abgelehnt beziehungsweise die Inhalte als wahr unterstellt.

Am Donnerstag, 14. Januar, soll der Prozess fortgesetzt und mit einem Urteil beendet werden.

wb

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