Kreativität ist gefragt

Dehoga-Kreisvorsitzender Tueini: „Für uns muss die Saisonzeit begrenzt werden“

Michael Tueini in seinem Tagungs- und Familienhotel „Hotel Park Soltau. - Foto: Müller

Walsrode/Soltau - Michel Tueini, Geschäftsführer des Hotels Park Soltau und seit zwei Jahren Vorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) im Heidekreis, appelliert an die Politik. „Unsere Hauptsaison muss endlich begrenzt werden. Wir können die politischen Vorgaben aus Hannover kaum mehr leisten. Wir haben einen wesentlichen Nachteil gegenüber den Großstädten durch die neuen Arbeitsschutzmaßnahmen hinzunehmen.“

In einem Gespräch mit unserer Zeitung sagt Tueini, dass vor allem die kleinen Hotels und Gaststätten des Heidekreises durch die neuen Maßgaben aus Hannover große Probleme bekommen haben. „Wir Großen können es gerade noch leisten, aber ich sehe den einen oder anderen Familienbetrieb hier in der Heide den Bach heruntergehen.“

Es geht um die Einschränkungen, die die Unternehmen durch die Arbeitszeitbegrenzung hinnehmen müssen. Eine Hochzeit könne dann beispielsweise nur noch bis 1 Uhr nachts dauern, weil das Personal nicht mehr dürfe. „Und so viel Fachpersonal steht uns in der Heide nicht zur Verfügung. Hier fehlt es an allen Ecken und Kanten.“ In der Stadt werbe das Hotel ganz schnell einmal an irgendeiner Pinnwand in der Hochschule und im Nu würden 20 Bewerbungen eingehen, „die dann für 15 Euro pro Stunde arbeiten. Da können wir nicht mithalten.“ Er habe bereits mit den für den Heidekreis zuständigen Bundestagsabgeordneten gesprochen und auf dieses Ungleichgewicht hingewiesen. „Allerdings halte ich nicht viel von der Meckerei aus unseren Kreisen in Richtung Vereinsheime.“ Hier sei nur die Politik gefordert.

Jeder Betrieb ist gefordert

Tueini, der mit seinem Betrieb mit seinen 65 Mitarbeitern in diesem Jahr im Tagungsgeschäft und bei den Familienangeboten um 17 Prozent zulegen konnte und der sein Hotel um weitere zwei Tagungssäle erweitern wird, spricht für die 100 Unternehmen des Heidekreises von einem eher verhaltenen Zwischenergebnis für 2016.

Jeder Betrieb sei gefordert, mit neuen Ideen auf den Markt zu gehen. Die großen Hotels hätten gute Ergebnisse „abliefern“ können, die kleinen hätten es schwerer gehabt.

Gut sehe es bei den Tagungshotels im Heidekreis aus. Tueini wies auf die für viele Unternehmen günstige Lage der Hotels hin, mitten zwischen Hannover, Hamburg und Bremen und nahe den Autobahnen. Die vielen Attraktionen wie die Freizeitparks oder das Outlet-Center brächten viele Gäste in die Hotels. Aber auch hier sei die Kreativität jedes einzelnen Hauses gefragt.

Kostenpunkt Wlan

Ein Problem für alle Unternehmen – als großer Unterschied zu den Städten – sei nach wie vor die fehlende Wlan-Unterstützung und die Erreichbarkeit mit dem Handy auf dem Land. „Die Städte sind sehr versorgt, wir auf dem Land allerdings immer noch schlecht. Und dabei verlangt jeder Tagungsteilnehmer, auch bei uns ständig erreicht werden zu können.“ Tueini hat hierfür allein für sein Haus rund 45.000 Euro aufbringen müssen. Ein neues Glasfibernetz, das in Soltau gelegt wird, würde ihn noch einige tausend Euro kosten.

Zum Thema behindertengerechte Hotels und Gaststätten äußert sich Tueini wie folgt: „Ich habe gerade ein Seminar in Lüneburg besucht und musste feststellen, dass wir hier als Dehoga noch ein großes Manko haben.“ Er werde sein Wissen im Kreisvorstand weitergeben. „Hier müssen wir uns mehr bewegen.“ Er selbst wird in seinem Unternehmen mehrere Maßnahmen durchführen, um behindertengerechter zu werden. Als Beispiel nannte er die Speisekarte, die noch lesbarer werde. Auch von anderen Hotels des Heidekreises seien in dieser Richtung positive Reaktionen zu vernehmen. „Wir haben hier ein großes Potenzial an neuen Gästen, das wir nicht übersehen sollten.“ 

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