Tankstelle, Bäckerei und Kreissparkasse in der Ortschaft

Kleines Zentrum für Kirchboitzen

Torsten Söder ist stolz auf „seine“ Ortschaft Kirchboitzen. FotoS: Müller

Kirchboitzen – 2015 sollte das Kirchboitzer Gasthaus Rabe verkauft werden. Doch es gab viele Einwohner der Ortschaft, die eine andere Lösung fanden, um das Lokal zu erhalten. Einer von ihnen war Torsten Söder. „Ich gehöre zu einem fleißigen Vorstandsteam der Genossenschaft, die insgesamt Anteile in einer Höhe von über 300 000 Euro für das Gasthaus und das Hotel zusammengetragen hat. Wir alle haben viel bewegt in unserem Dorf, jeder mit seinen Fähigkeiten, und wir dürfen ein klein wenig stolz auf uns sein“, sagt er.

Das Gasthaus „Domkreuger“ lebt, war beim letzten Kirchboitzer Markt „gerammelt“ voll. Das Haus zieht wieder viele Gäste an, und so manche Kegelgruppe – auch aus Walsrode – kommt gerne nach Kirchboitzen.

„Wir haben viele ehrenamtliche Stunden geleistet“, sagt Söder und erinnert daran, dass auch ein Eingang entstanden ist, der Parkplatz schön hergerichtet wurde und nur noch kleine Restarbeiten zu absolvieren sind. Als Pächter fungieren Marc und Regina Ludwig aus Groß Häuslingen. Das Ehepaar hat mit großem Fleiß die Herzen der Einwohner erreicht und hat immer wieder Angebote für Abende und Wochenenden. „Konfirmationen muss man drei bis fünf Jahre im Voraus im Domkreuger buchen. Weihnachten ist kaum noch ein Platz frei“, weiß Söder.

Leader, ein Maßnahmenprogramm der EU, hat dafür gesorgt, dass sich die Kosten für den Erhalt des Gasthauses in Grenzen hielten. Auch die Stadt steckte Mittel in die Renovierung. Und eben die Einwohner, die mit ihren Anteilen den größten Part dazu beitrugen, dass das Gasthaus an der imposanten Kirche bleiben durfte. „Am Ende des Tages werden wir rund 750 000 Euro aufgewendet haben“, so Söder. Das sei für ein Dorf wie Kirchboitzen schon eine mächtige Summe.

Damit es in Kirchboitzen keinen Stillstand gebe, sei die Genossenschaft gebeten worden, doch auch im Bereich der ehemaligen Tankstelle etwas zu unternehmen, berichtet Söder.

Sie hätten sich entschieden, die „Kirchboitzer Infrastruktur GmbH“ zu gründen. „Eigentlich wieder mit den gleichen Leuten, die schon aktiv waren.“ Getragen wird die GmbH vom Verein zur Förderung der Dorfgemeinschaft. Es seien viele Gespräche zum neuen Großprojekt an der Bundesstraße geführt worden. Herausgekommen sei, dass die Raiffeisen wohl noch in diesem Jahr eine neue Tankstelle eröffnen werde. „Wenn alles klappt, entsteht daneben ein Gebäude, das eine Zweigstelle der Kreissparkasse sowie die Nordkämper Bäckerei Meyer aufnehmen wird“, so Söder.

Die Bäckerei werde zwar kein neuer „Edeka auf dem Lande“ werden, aber Grundnahrungsmittel für die Kirchboitzer bereithalten. Es gebe den Wunsch im Ort, dass das kleine Zentrum noch 2020 eingeweiht werden könne.

Leader habe auch hier eine Förderung zugesagt und die Stadt ebenfalls, sodass aus der Kirchboitzer Ecke noch rund 250 000 Euro aufzubringen seien. „Und dazu jede Menge Eigenleistungen“, hofft Torsten Söder auf die Unterstützung des Ortes.  mü

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