Konzert im Rahmen der Niedersächsischen Musiktage

Klänge zwischen Wachen und Schlafen

Orchester vor einem Fachwerkhaus.
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Die „junge norddeutsche philharmonie“ spielte im Rahmen der Niedersächsischen Musiktage im Klostergarten und in der Stadtkirche Walsrode.

Walsrode – Es war ein Abend im Kloster Walsrode, wie man ihn selten erlebt: Die Sonne strahlte durch die Bäume des Klostergartens, als die „junge norddeutsche philharmonie“ im Rahmen der Niedersächsischen Musiktage ein Konzert in Walsrode gab.

„Wir wollen mit unserer Veranstaltungsreihe das Kloster als Ort der Begegnung öffnen. Ich freue mich sehr, dass uns das mit der Unterstützung der Kreissparkasse gelungen ist“, begrüßte die Äbtissin Dr. Eva Gräfin von Westerholt die mehr als 60 Gäste an dem lauen Septemberabend.

„Goldberg von außen nach innen…“, lautete das Motto des Abends, das Johann Sebastian Bachs „Goldberg-Variationen“ nach Walsrode brachte. Der Violinist Niklas Liepe hatte Neukompositionen des klassischen Werkes in Auftrag gegeben, die er nun zusammen mit der „jungen norddeutschen philharmonie“ in ein musikalisches Nachtritual einbettete, teils in der Stadtkirche, teils im Klostergarten.

Ein knappes Dutzend Komponistinnen und Komponisten hatten sich musikalische Gedanken zu den populären „Goldberg-Variationen“ gemacht.

Über einer stets wiederkehrenden Basslinie errichtet Bachs größtes zusammenhängendes Klavierwerk eine imponierende Architektur aus populären Tänzen, kunstvollen Kanons und brillanten Virtuosennummern. Wie es heißt, schrieb er seine „30 Veränderungen“ für einen unter Schlaflosigkeit leidenden Reichsgrafen. Der noch nicht 15-jährige Cembalist Johann Gottlieb Goldberg des edlen Herrn sollte ihm in unruhigen Stunden daraus vorspielen. Goldbergs nächtliche Cembalofron hat die Zeitgenossen zu ebenso filmisch suggestiven wie originellen Fantasien über das Wechselspiel aus Getriebenheit und Erholungsbedürfnis inspiriert.

Liepes „Goldberg Reflections“ kombinieren die Neukompositionen mit Ausschnitten aus dem Bach’schen Original in Versionen für Solo-Violine und Streicher.

Bei den Niedersächsischen Musiktagen erfuhr das vielbeachtete CD-Projekt nun eine konzeptionelle Erweiterung: Die „junge norddeutsche philharmonie“ bettete die „Reflections“ in ein zweiteiliges Ritual zwischen Wachen und Schlafen, Tag und Nacht ein. Teils im Freien, teils im Innenraum spielend, führte die innovative Kammerorchesterformation aus dem bewegten Alltag hinüber in eine meditative Innenschau. Die „Goldberg-Variationen“ und ihre Neudeutungen begegneten Werken von Komponisten wie Toru Takemitsu, Arvo Pärt oder Uri Caine. „Da macht die Musik so richtig Spaß“, sagte eine junge Walsroderin.

Ein großes kulturelles Ereignis, das auch Landrat Manfred Ostermann einmal weg vom politischen Alltag brachte und Sparkassen-Chef Matthias Schröder ermutigte, der Stadt Walsrode ein nächstes großes Musikereignis zu präsentieren.  mü

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