Auszubildender soll ausgewiesen werden

Demonstration vor dem Rathaus Walsrode: „Kishan muss bleiben“

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Die Mitarbeiter des Hotels Anders setzen sich für Kishan ein, der schon einen Nachfolge-Arbeitsvertrag in der Tasche hat

Walsrode - Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hotels Anders in Walsrode verstehen die Welt nicht mehr, dessen Chef Reimer Eisenberg schon gar nicht. Der Auszubildende Kishan Shresta steht kurz vor der Ausweisung.

„Kishan ist einer unserer fähigsten Auszubildenden. Er kam vor drei Jahren zu uns, um das Hotelhandwerk zu erlernen, hat praktisch kein Wort Deutsch gesprochen, hat fleißig geübt, großes Talent gezeigt und ist heute einer der besten in seinem Ausbildungsjahrgang. Und nun soll er nur wenige Wochen vor dem Ende seiner Lehrzeit die Bundesrepublik verlassen, weil angeblich die Gründe zur Flucht aus Nepal nicht gereicht haben“, sagt Eisenberg.

Kishan steht kurz vor dem Ende seiner Ausbildung.

Kishan mache einen hervorragenden Job, seine Prüfung zum Hotelfachmann stehe im Sommer an. Die Zwischenprüfung habe er bereits erfolgreich absolviert, lobt der Hotelchef. Der junge Mann sei bestens im Anders und in Walsrode integriert. Und jetzt solle er auf Veranlassung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) das Land binnen 30 Tagen verlassen.

„Kishan ist äußerst beliebt. Er lacht fast immer und hat uns alle mit seiner Freundlichkeit begeistert“, sagt Eisenberg. „Das Bamf hatte die Ausweisung verfügt, weil die Fluchtgründe für Kishan aus ihrer Sicht nicht ausreichend und glaubhaft sind. Allerdings hat man für diese Entscheidung fast vier Jahre ins Land gehen lassen“, moniert Eisenberg.

Mitarbeiter wollen für Kollegen kämpfen

Man sollte ihm zumindest die Chance eröffnen, die Prüfung für seinen Ausbildungsberuf abzulegen. Klar sei auf der anderen Seite, dass Kishan aus einem „befriedeten Land“ geflohen war.

Die Mitarbeiter des Anders wollen für ihren jungen Kollegen kämpfen. „Wir wollen, dass er seine Prüfung ablegen darf und dass ihm das Recht zukommt, gegebenenfalls mindestens zwei Folgejahre auf Antrag hier zu bleiben“, heißt es. Einen Nachfolge-Arbeitsvertrag hat Kishan bereits in der Tasche. Die Mitarbeiter bitten: „Teilt unseren Hashtag ,Kishanmussbleiben’ auf allen sozialen Netzwerken, gebt Kishan eine Stimme und gleichzeitig auch vielen anderen Betroffenen.“

Am Dienstag, 7. März, gegen 15 Uhr, soll vor dem Rathaus in Walsrode für Kishan demonstriert werden. Dort wollen die Mitarbeiter auch eine Petition an die Walsroder Bürgermeisterin Helma Spöring überreichen. Sie hat in einem Interview mit dem NDR gesagt, dass sie es großartig finde, wie sich die Hotel-Mitarbeiter für den jungen Mann aus Nepal einsetzen.

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